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Ring frei: In Gettorf wird wieder geboxt

Nach 70 Jahren Pause Ring frei: In Gettorf wird wieder geboxt

Beim Gettorfer Turnverein (GTV) wird nach 70 Jahren Pause wieder geboxt. Initiator der wiederbelebten Sparte ist Alexander Kahn. Die ersten beiden Trainingsabende in der kleinen Sporthalle der Parkschule waren bereits außerordentlich gut besucht.

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Der 16-jährige Isarnwohld-Schüler Erik Renner (rechts) lässt sich von Alexander Kahn (34) die Grundtechniken des Boxens erklären.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf.  Der Vorsitzende des größten Gettorfer Sportvereins, Gunnar Buchheim, musste in der GTV-Chronik weit zurückblättern, um etwas über Boxen zu finden. Seine Recherchen ergaben, dass es unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine von Paul Stoltenberg geleitete Boxsparte in Gettorf gab, allerdings nur für kurze Zeit. Schon 1947/48 löste sich die Sparte wieder auf; die jungen Boxer wechselten zum damaligen ABC-Boxclub in Eckernförde.

Steigen vielleicht schon im Herbst wieder Faustkämpfer für den GTV in den Ring? „Bis man so weit ist, an einem Wettkampf teilnehmen zu können, dauert es ungefähr ein halbes Jahr“, sagt Alexander Kahn. Der gebürtige Kasache, der in diesen Tagen seinen 34. Geburtstag feierte und zugleich zum zweiten Mal Vaterfreuden entgegensieht, lebt seit 2014 mit Frau und Tochter in Gettorf. Da es für ihn in seiner neuen Wahlheimat keine Möglichkeit gab, seinem Hobby nachzugehen, wandte er sich an den GTV und stieß bei Gunnar Buchheim und Vereinsgeschäftsführer Thomas Glüsing mit seiner Idee, eine Boxsparte zu gründen, auf offene Ohren. Die notwendigen Voraussetzungen hat sich Kahn, der als Controller tätig ist, im Leistungszentrum des Landes-Amateur-Boxverbandes in Kaltenkirchen angeeignet. Dort erwarb er vor zwei Jahren die Trainerlizenz.

Das neue Angebot beschränkt sich nicht allein aufs Amateurboxen (olympisches Boxen). Wer kein blaues Auge oder andere Blessuren riskieren möchte, dem empfiehlt Kahn Fitness-Boxen. „Hierbei handelt es sich um ein modernes und vielseitiges Workout-Programm, das traditionelle Boxübungen wie Sandsack- und Partnerarbeit, Seilspringen und Pratzenarbeit mit anderen Fitness- und Konditionsaufgaben vereint“, erklärt der 34-Jährige. Die abwechslungsreiche Gestaltung der Trainingseinheiten fördere alle Kraftarten und helfe gleichzeitig, die Orientierungs-, Reaktions- und Balancefähigkeiten zu schulen. Ein weiterer Grund für die steigende Popularität dieser Sportart sei, dass fast ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet werde. Kahn: „Das ist besonders schonend für die Gelenke, Sehnen und Bänder und hilft, Fehlentwicklungen und Verletzungen durch falsche Ausführungen und zu hohe Gewichte zu vermeiden.“

Beim zweiten Trainingsabend wurde Kahn jetzt wegen der großen Teilnehmerzahl von Bentje Andresen unterstützt. Die 23 Jahre alte Lehramtsstudentin (Biologie/Chemie) aus Kiel boxt erst seit 2012 und hat sich bereits den Titel der Deutschen Hochschulmeisterin erkämpft und erreichte bei den Deutschen Meisterschaften den dritten Platz. „Ja, ich bin schon einmal ausgezählt worden“, sagte sie lächelnd, „aber ernsthaft verletzt habe ich mich noch nie.“ Was mag sie am Boxen? Bentje Andresen musste nicht lange überlegen. „Mir gefällt vor allem das Training. Das ist ein toller Ausgleich zum Studium.“

Männer, Frauen, Jugendliche und auch ältere Semester – das Teilnehmerfeld bei den ersten Übungseinheiten in der kleinen Sporthalle der Parkschule war bunt gemischt. Auch einige junge Athleten vom BC 78 aus Eckernförde – Glory Mayasi (17), Achraf Godje (16) und Endrit Djafa (18) – schauten vorbei. Noch keine Boxerfahrung hatte Erik Renner. „Ich will das einfach mal ausprobieren“, sagte der 16-Jährige, der sich aus gutem Grund körperlich fit halten muss. Der Isarnwohld-Schüler möchte später einmal Polizist werden.

Lust auf ein Probetraining?

Die Gelegenheit dazu besteht montags und donnerstags ab 20 Uhr in der alten Sporthalle der Parkschule (Tüttendorfer Weg/Kirchhofsallee).

Mitgebracht werden sollte Hallensportkleidung, so Übungsleiter Alexander Kahn. Das Angebot richtet sich an weibliche und männliche Jugendliche und Erwachsene. Beim Amateur-Boxen dürfen Kinder ab zehn Jahren in den Ring steigen. Falls es eine entsprechende Nachfrage geben sollte, könnte Alexander Kahn sich vorstellen, nachmittags ein spezielles Training für Kinder anzubieten.

Nähere Informationen beim Übungsleiter per E-Mail unter boxen@gettorfer-tv.de oder im Internet unter www.gettorfer-tv.de/boxen

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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