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Rollend zum Ruhm

Speedskating Gettorf Rollend zum Ruhm

Ihren Glücksbringer bewahrt Ulrike Hagedorn gut auf. „Es ist ein Clown, den ich bei einem Wettkampf in Mühlheim an der Ruhr gewonnen habe“, denkt die 52-Jährige zurück. Solche Erinnerungsstücke sind beim Treffen zum 50-jährigen Bestehen der Speedskating-Sparte des Gettorfer Turnvereins (GTV) willkommen.

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Peter Machatsch und Ulrike Hagedorn freuen sich.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Wenn die Gettorferin auf Rollschuhen oder (später) Inlinern ihre Runden drehte, war der gehäkelte Talisman stets dabei – ebenso bei ihrem größten Erfolg, dem Gewinn der Bayerischen Rollschnelllauf-Meisterschaft 1977 über 1500 Meter. Ob nun Glücksbringer, Fotos, Rollschuhe, Urkunden, Pokale oder Preise, Erinnerungsstücke sind heute gefragt.

Die Idee zu der Jubiläumsfeier am heutigen Sonnabend ab 15 Uhr im Vereinsheim, Kirchhofsallee 28, mit ehemaligen und aktiven Sportlern sowie Interessierten stammt von Ulrike Hagedorn, die sich für diesen Nachmittag ein Wiedersehen alter Bekannter und einen regen Austausch von Geschichten wünscht. „Es haben einige Sportler aus der Gründungszeit zugesagt“, freut sich die Masseurin.

Ein Sportler der ersten Stunde ist Peter Machatsch. Der 67-Jährige war 1965 dabei, als sein Vater die GTV-Abteilung aus der Taufe hob. Adalbert Machatsch entwickelte bereits in den 60er-Jahren den Prototypen der späteren Inliner, die letztlich aus den USA über den Atlantik kamen – mit hintereinander angeordneten Rollen. Nach ihm wurde auch die 1972 eingeweihte Gettorfer Rollschnelllaufbahn benannt.

„Der Verein war immer sehr aktiv – im Breiten- und Leistungssport“, betont Peter Machatsch, der selbst Spartenleiter war. Die Gettorfer Sportler reisten zu internationalen Wettbewerben – und räumten beachtliche Erfolge ab: Weltrekorde, EM-Titel und Deutsche Meisterschaften. „Wir haben Gettorf bekannter gemacht“, sagt Ulrike Hagedorn nicht ohne Stolz. Autos aus ganz Deutschland parkten früher an der alten Bundesstraße, wenn die Speedskater über die Rollschnelllaufbahn sausten. „Wir haben hier sogar zwei Länderwettkämpfe ausgetragen“, blickt Machatsch zurück. Dazu waren in den 70er-Jahren Nationalmannschaften aus ganz Europa zu Gast. „Nur für die Schweizer hatten wir keine Nationalhymne parat“, erzählt der Gettorfer. Kurzerhand wurde eine entsprechende Tonbandaufnahme bei der Marine besorgt.

Ulrike Hagedorn schwärmt von den „tollen Begegnungen“ durch den Sport. „Einige Freundschaften bestehen schon über 40 Jahre, wir telefonieren zu Geburtstagen und Weihnachten“, so die Gettorferin. Wenn die Rollschnellläufer früher hunderte Kilometer zu Wettbewerben reisten, übernachteten sie dort bei den Familien der Sportler. Schmunzelnd erzählt Ulrike Hagedorn eine Anekdote, die sie mit Mutter und Bruder in Mühlheim/Ruhr erlebte: Bei ihrer Ankunft stand der Gastvater zunächst nur mit Bademantel bekleidet in der Haustür. Überrascht schloss er diese schnell wieder, um Minuten später – angemessen bekleidet und mit Perücke auf dem Kopf – erneut zu öffnen.

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