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Eckernförde: Weltoffen und solidarisch

Maikundgebung Eckernförde: Weltoffen und solidarisch

Zeit für mehr Solidarität – unter diesem Motto kamen am Sonntag rund 250 Menschen auf dem Rathausmarkt Eckernförde zur Maikundgebung zusammen. Der örtliche DGB-Chef Horst Kunze und Martin Bitter von der IG Metall Rendsburg unterstrichen, dass diese Solidarität auch für Flüchtlinge gelte.

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Auf dem Weg vom Petersberg zum Rathausmarkt: Am Mai-Umzug beteiligten sich rund 100 Menschen.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Eckernförde. „Wir stehen hier in Eckernförde für Weltoffenheit, Toleranz und Willkommenskultur. Das lassen wir uns nicht kaputtmachen“, sagte Kunze. Auf der einen Seite eine große Hilfsbereitschaft für verfolgte Menschen, auf der anderen Seite rechtsextremistische Umtriebe. „Vorfälle wie in Freital und Heidenau und dass wieder über einen Schießbefehl an der Grenze diskutiert wird – das macht mich fassungslos“, sagte Martin Bitter. Besorgt zeigte er sich über die Wahlerfolge der AFD. „Diese Partei will das Rad der Geschichte in ein dunkles, vordemokratisches Zeitalter zurückdrehen“, sagte Bitter.

 In seiner Festrede nahm der Gewerkschafter Rechtspopulisten ebenso ins Visier wie „die kleine Clique von Geldvermögensbesitzern, die ihr Geld an der Steuer vorbei in Panama oder auf den Cayman Islands anlegt“. Bitter: „Keine Steuern zahlen, aber mit dicken Geländewagen auf deutschen Straßen fahren und die Kinder auf staatlich geförderte Privatschulen schicken – das nenne ich asozial.“ Das Gemeinwesen brauche Geld, um Schulen, Kitas, Gesundheitsversorgung, Pflege und bezahlbaren Wohnraum zu finanzieren. Solidarisch sei eine Gesellschaft aber nur dann, wenn sich auch die Starken für ihren Zusammenhalt einsetzen.

 Auf der Maikundgebung bekamen Mohammed Abotaleb aus dem Jemen und die aus Syrien stammende Laurine Issa Gelegenheit, über den Arbeitskreis Willkommen in Eckernförde zu berichten. Beide arbeiten in dieser Gruppe als Übersetzer, beraten und begleiten Asylbewerber.

 Die Maifeierlichkeiten starteten mit einem Treffen auf dem Petersberg am Gedenkstein für ermordete Gewerkschafter. „An dieser Tradition sollten wir festhalten“, sagte Kunze. Er verwies auf eine jetzt abgeschlossene Untersuchung, wonach der Landtag in Kiel zwischen 1958 und 1971 etwa zur Hälfte aus ehemaligen NSDAP-Mitgliedern bestand. Vor diesem Hintergrund wundere es ihn nicht, dass die Geheimdienste, zum Beispiel in Sachen NSU, auf dem rechten Auge blind gewesen seien.

 Der Mai-Umzug wurde vom Spielmannszug Drums & Pipes begleitet, auf dem Rathausmarkt spielte die Schüler-Bigband Red Scorpions der Peter-Ustinov-Schule.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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