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Der Kurpark als vegane Meile

Eckernförde Der Kurpark als vegane Meile

Probieren, flanieren und informieren – der Eckernförder Kurpark wurde am Sonnabend zum veganen Zentrum Schleswig-Holsteins. Über 4000 Besucher kamen, um sich Tipps zu Produkten ohne tierischen Ursprung zu holen und um gemeinsam zu feiern.

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Frank Siera und seine Tochter Sophie probieren am Stand des „Meeresgartens“ Karotten mit Algen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. „Wir wollen zeigen, dass Veganer keine dogmatischen Freaks sind, sondern normale Menschen, die Spaß haben und gesundes Essen genießen“, sagt Hauptorganisator Thomas Horn.

 Der Vegan Summer verwandelt den blühenden Kurpark in eine bunte Meile. 47 Stände geben Einblick in die Vielfalt pflanzlicher Naturkost. In Kochshows demonstrieren Küchenkenner, dass Gemüse nicht nur als Beilage taugt. „Bis vor zwölf Jahren aß ich Pommes, Currywurst und Döner, habe Bio müde belächelt“, outet sich Kochbuchautor Patrick Bolck (Ab heute vegan!). Dann beschäftigte er sich intensiv mit Ernährung. Den letzten Kick zur Veränderung gab ein schonungsloses Video über die Massenverarbeitung von Küken. Auf der Bühne zeigt er, wie sich per Mixer mit wenigen Handgriffen eine Gazpacho, eine kalte Gemüsesuppe, zubereiten lässt. „Vegan zu kochen ist nicht kompliziert“, sagt Bolck.

 Wenige Meter weiter stehen Frank Siera und seine Tochter Sophie (16) am Meeresgarten-Stand der Kieler Firma Ocean Basis. Hier kann man Produkte aus Algen verkosten. „Wir sind schon fast geplündert“, freut sich Mitarbeiterin Corinna Furmanek über den Andrang. Algenspaghetti in Möhrensalat, Cracker mit Algen oder Tee mit Algen – das Meer eröffnet neue mineralstoff- und vitaminreiche Ergänzungsmöglichkeiten für die Ernährung. Wie es schmeckt? „Wie erwartet, etwas nach Fisch und nach Algen“, urteilt Vater Siera. Er ist durch seine Tochter auf eine vegetarisch-vegane Ernährung aufmerksam geworden, nennt sich selbst aber noch Flexitarier. „Ich habe überwiegend auf Vegetarisch umgestellt, ab und zu darf’s aber auch ein Stück Fleisch sein“, bekennt er.

 Auf Energie aus mexikanischen Chia-Samen schwört Hans-Peter Dannenberg. Der „Chiathlet“ hat eine Gewichtsabnahme und sein Training (Triathlon) mit Hilfe der nährstoffreichen Kügelchen gemeistert. Die Chia-Geschichte geht auf die legendären mexikanischen Laufindianer, die Tarahumara, zurück, die bis zu 200 Kilometer am Tag zurücklegen können und sich dabei von Chia ernähren. Die Samen seien sehr nährstoffreich, sagt der Rendsburger, der einen Online-Shop aufgebaut hat. Aufgequollen spenden sie zudem Wasser. Der Reporter testet lieber erst einmal eine Crêpe am veganen Feinkost-Bulli. Ohne Ei, dafür mit Bioweizenvollkornmehl, Wasser, Salz, Zucker und Öl. Der Teig ist etwas kräftiger – aber lecker. Und wer sich traut? Auch das ist vegan möglich mit der Agentur Hochzeit? Yes, vegan!

 Laut Thomas Horn lebt in Deutschland inzwischen über eine Million Menschen in Deutschland vegan. Ernährung ohne tierische Produkte ist längst kein Nischenthema mehr. Das vermittelte auch der inzwischen dritte Vegan Summer in Eckernförde.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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