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Erst die Arbeit, dann das Segeln

SCE Erst die Arbeit, dann das Segeln

Sonne, die auf dem Wasser glitzert, milder werdende Temperaturen: Bei Seglern weckten die Anzeichen des Frühlings am Wochenende Vorfreude auf die kommende Saison. Auch wenn die Wassertemperaturen noch kühl sind, wurde es auf dem Gelände des Eckernförder Segelclubs (SCE) bereits lebendig.

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Bei Sonne macht das Malen Spaß: Ingo Regenbogen trägt Haftgrund auf ausgebesserte Stellen am Bootsrumpf auf, bevor der abschließende Antifouling-Anstrich folgt.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Erste Jachten sind von ihren Winterplanen befreit. Und die Skipper tragen „Blaumann“. Ganz Eifrige haben ihre Boote für einen ersten Probetörn bereits zu Wasser gebracht. Auf die meisten Segler warten aber noch die Vorbereitungsarbeiten. Ingo Regenbogen rührt den Primer auf. Am Rumpf seiner Jacht hat er Schadstellen ausgebessert. Und die bekommen noch einen Haftgrund, bevor das Antifouling gegen Unterwasserbewuchs aufgetragen werden kann. „Ein Boot ist eine Baustelle“, erklärt der Skipper mit einem wissenden Lächeln. Aber wenn nicht zu viel zu reparieren ist, hat auch er seinen Spaß dabei. „Je weniger Schadstellen, um so schneller geht’s ins Wasser.“ Schon jetzt ist die Vorfreude auf die Saison groß. „Dieses Jahr soll es erstmals nach Schweden gehen“, verrät Regenbogen. „In die Schären.“

 Wenige Boote weiter steht Jürgen Lichte am Mast seiner „Amica“. Der liegt noch horizontal, so dass der Skipper Beschläge, Stage und Fallen in Ruhe anbringen kann. „Auch ein Mast braucht Pflege“, sagt der 70-Jährige. Der Alu-„Spargel“ wurde erst gereinigt und dann poliert. Zwar hat an der Farbe schon die UV-Strahlung gewirkt. Doch der Mast sei ja zum Segeln und kein Ausstellungsstück, sagt Lichte. Seine Stimmung ist gut, die Frühlingssonne macht das Arbeiten angenehm. „Wir hatten ja lange schlechtes Wetter, aber jetzt ist die Winterpause vorbei.“ Auch Lichte plant schon für den Sommer. Richtung Lübecker Bucht und Mecklenburg möchte er segeln. „Mal ’was anderes als Dänemark.“

 Michael Schulz ist auch schon gut davor. „Drei bis vier Tage, dann bin ich fertig mit dem Schiff“, sagt er und blinzelt auf die verheißungsvoll blaue Bucht. Unterwasserschiff gestrichen, neuen Streifen aufgeklebt und eine neue Sprayhood kommt auch noch an Bord. „Das ist das beste Gefühl, wenn man das Verdeck abnimmt, die Sonne scheint und man guckt über die Bucht – dann kann es eigentlich los gehen.“ Dabei hat sich Schulz auch im Winter eine maritime Abwechslung gegönnt: eine Woche Segeln auf den Kanaren als Kojen-Charter für kleines Geld. „Eine tolle Saisonverlängerung im Winter“, sagt er. Und ein anderes Revier mit Atlantikwellen und langen Schlägen.

 Doch jetzt locken der Sommer und die Ostsee. Wo es hingehen soll? „Egal – da, wo uns der Wind hinträgt“, sagt Schulz. Denn für ihn fängt die Erholung schon an, wenn er mit seiner „Bacaju“ die Hafenmole passiert.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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