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Saftige Früchte lassen auf sich warten

Himbeeren und Erdbeeren reifen deutlich langsamer Saftige Früchte lassen auf sich warten

Das kühle Frühjahr bekommen Selbstpflücker von Erd- und Himbeeren zu spüren: Sie müssen warten. Der Landwirt Klaus Bauer öffnet ein Himmbeerfeld in Rodenbek für seine Kunden 17 Tage später als 2014.

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Marion Deichmann zeigt die Erdbeersträucher, an denen auf dem Selbstpflückfeld in Flintbek die Früchte reifen.

Quelle: beate könig (2)

Rodenbek/Flintbek. Auf dem Erdbeerfeld des Hornbrooker Hofs in Flintbek begann die Ernte 14 Tage später als im vorigen Jahr.

 Marion Deichmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Hornbrooker Hofs, benennt die wirtschaftliche Folgen des kühlen Frühjahrs für das Direktvermarktungsunternehmen, das neben der 1,2 Hektar großen Selbstpflückfläche an der L319 noch auf 30 Hektar Erdbeeren anbaut. Für die Pflanzen bedeuteten die niedrigen Temperaturen im Frühjahr „keinen Stress“. Ab- und Nachreife verzögerten sich aber. „Die Nachfrage jedoch war deutlich verhaltener. Bei Sonne wird 50 Prozent mehr an den Ständen verkauft.“ Die Löhne für 200 Saisonkräfte, die an 100 Ständen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren, Blaubeeren und Eier verkaufen, blieben jedoch gleich.

 „Zum Teil werden wir mit Supermärkten verglichen, da sind die Stände zwölf Stunden auf, die Verkäufer arbeiten in zwei Schichten. Das ist ein großer Mitarbeiter-Apparat. Wegen des Mindestlohns galoppieren uns die Kosten davon,“ sagt Marion Deichmann.

 Saison hat die Erdbeere durch ausgefeilte Züchtungen inzwischen über drei Monate. Honeoye und Daroyal sind früh erntereife Sorten, Florence später. An Malwina, die bei Selbstpflückern ebenfalls als späte Sorte bekannt ist, erkennt Deichmann: „Das Jahr ist eine Woche hinterher.“ 2014 waren die Früchte am 11. Juli zur Ernte bereit. „In diesem Jahr wurde die Sorte bis jetzt noch nicht gesehen.“

 Landwirt Klaus Bauer setzt auf seinem Himbeerfeld auf Glen Ample. Die über zwei Meter große, schottische, im Topf pflanzfertig gelieferte Sorte trug bereits im ersten Pflanzjahr nach drei Monaten erntereife Früchte. Ein Ertragsgarant, den Bauer, der nach Rückschlägen seit 2011 kontinuierlich am Aufbau eines gesunden Pflanzenbestands arbeitet, braucht. Wurzelfäule zerstörte 2011 einen Teil der Anpflanzung. In diesem Jahr verursachte die durch Pilze hervorgerufene Rutenkrankheit 15 Prozent Ausfall. „Die neueren Sorten sind empfindlicher“, hat Bauer festgestellt.

 Von Pflanzenzüchtern hoch gelobte Ersatzpflanzen erwiesen sich als Flops. Dornig und mit grünen, ungenießbaren Früchten war die eine Sorte, die Bauer reklamierte. An den 2014 gesetzten Ersatz-Jung-Himbeeren ernteten Kunden statt versprochener saftiger Beeren krümelige Früchte. Der Hersteller nahm die Reklamation an. „Mehrere Himbeeranbauer hatten sich darüber beschwert“, sagt Bauer. Für den kleinen Familienbetrieb hart: Die Arbeitszeit fürs Pflanzen und Aufbinden per Hand von acht bis zehn Pflanzen pro Meter ersetzt keiner. „Von dem Hersteller werde ich nichts mehr nehmen.“

 Den Geschmackscheck der saftigen Beeren übers Naschen beim Ernten gönnt Bauer jedoch weiterhin selbstverständlich seinen Kunden beim Pflückerlebnis. Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren werden auch als frische Zutat vom Feld in selbstgebackener Torte angeboten. Wer nachfragt, bekommt zu Kaffee und Kuchen auch die Backrezepte von Mongia Bauer.

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