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Das schiefe Türmchen steht schon gerade

Sanierung St. Nicolai Das schiefe Türmchen steht schon gerade

Ein paar Wochen noch, und das Wahrzeichen von Eckernförde, die St.-Nicolai-Kirche, hat ihr spitzes Türmchen wieder. Das wird erstmals seit Jahrhunderten kerzengerade stehen. Im September war es mit Kränen für die umfassende Sanierung abgenommen worden.

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Jahrhunderte alte Eichenbalken, die bis heute gehalten haben: Die Restaurierung des 18 Meter hohen Dachreiters der historischen St.-Nicolai-Kirche Eckernförde erfordert höchste Sachkenntnis der Zimmerleute und viel Liebe zum Material.

Quelle: Cornelia D. Mueller

Eckernförde. „Ausgerichtet haben wir den schiefen Turm von Eckernförde schon“, sagt Zimmermann Malte Matt. Unter seiner Leitung wird das Gebälk unten auf dem Kirchplatz nach Regeln alter Handwerkskunst saniert. Touristen, die in diesen Wochen über den Wochenmarkt bummeln, bleiben verwundert vor dem verpackten Dachreiter stehen. „Bekommt ihr hier ein modernes Denkmal?“, fragen viele. Hinter dicker Folie und Gerüst verbirgt sich keineswegs eine Skulptur, sondern ein filigranes Wunderwerk der Kirchenbaukunst.

Tragende Holzteile halten seit 1568 durch

Das hat zumindest in einigen tragenden Teilen seit 1568 durchgehalten. „Die meisten Balken, die unter der angegriffenen Holzschalung mit Kupferhaut zu Tage kamen, dürften aber erst 1642 nach oben gebracht worden sein, nachdem der Dachreiter durch Blitzschlag schwer beschädigt wurde“, schlüsselt Architekt Dietrich Fröhler auf. „Ganz jung sind sie also auch nicht.“ Als St. Nicolai als dreischiffige Backsteinkirche erbaut wurde, war zuerst ein imposanter Turm geplant. Stattdessen aber bekam der Sakralbau ein alles überspannendes Dach. Die Ostwand des Turms wurde Fundament für das Eichengebälk, das den Ersatz tragen sollte: den 18 Meter hohen Dachreiter mit Kugel und Wetterhahn.

Wetterhahn und Kugel der Spitze werden vergoldet

Obwohl sich der sich bald nach dem Bau leicht geneigt hatte, blieb er bis heute stabil. Fröhler: „Der Kaiserstiel, die stabile Mittelsäule also, und die Querriegel, die im sichtbaren Teil des Türmchens fünf Etagen und unter dem Dach drei weitere bilden, sind noch gut erhalten. Die vertikalen Hölzer, die Gratsparren, sind dagegen durch Feuchtigkeit stark geschädigt. Hier bessern wir aus. Auch Schalung und Kupferdach erneuern wir.“ „Bis zum ersten Advent ist St. Nicolai wieder komplett“, sagt Anke Siemsen vom Kirchenvorstand. "Wetterhahn und Kugel werden dann sogar golden auf der Spitze glänzen."

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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