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Veranstalter sitzen in der Klemme

Sanierung Stadthalle Veranstalter sitzen in der Klemme

Jetzt wird es ernst mit der Sanierung der Stadthalle: 2018 geht es los, teilt die Eckernförde Touristik & Marketing mit. 2017 wird der Veranstaltungsort noch voll zur Verfügung stehen. Aber ab 2018/19 wird es eng: Es gibt dann kaum noch Ausweichmöglichkeiten für Theater und Konzerte.

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Die Eckernförder Stadthalle ist das Veranstaltungszentrum des Ostseebades. Rund 160 Tage im Jahr ist sie für Konzerte, Theater, Märkte, Tagungen oder Bälle belegt. 2017 ist noch komplett buchbar, für die Sanierungszeit aber gibt es bislang keine Planungssicherheit.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Die Eckernförde Touristik & Marketing GmbH (ETMG), die den Betrieb leitet, weist darauf hin, dass die Halle in 2017 noch voll für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Für 2018/19 werden aber keine Verträge mehr geschlossen, sondern nur noch Reservierungen angenommen.

Wird es eine Vollsperrung der Halle während der Sanierungsarbeiten geben oder eine Operation am offenen Herzen? Das ist zurzeit noch unklar. Das Jahr 2017 soll für die Planung genutzt werden. Die Stadt stellt dafür in ihrem Haushalt 200000 Euro zur Verfügung. Nach Angaben von ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann soll kommendes Jahr ein Projektplaner eingestellt werden, der die Umsetzung der Sanierungsschritte steuert. Er hofft, dass „möglichst zügig“ den Veranstaltern ein Überblick gegeben werden kann, was wann in der Halle während der Sanierung im 2018/19 möglich ist. Ein solcher Überblick wird für Mitte 2017 erwartet.

Bis dahin braucht es Geduld. Die Auswirkungen sind jetzt schon spürbar. „Für 2017 liegen wir momentan 20 Prozent unter den normalen Buchungen“, sagt Stadthallenbetriebsleiterin Sabrina Bock. Dabei war die Hallenbelegung gerade auf einem guten Weg und erreichte in den vergangenen drei Jahren mit jeweils rund 160 Belegtagen nach einem Durchhänger wieder die Spitzenwerte von Anfang der 2000er-Jahre.

Die Stadthalle in Eckernförde wird 2018 saniert.

Die Stadthalle in Eckernförde wird 2018 saniert.

Quelle: Christoph Rohde

Auch für 2018 liegen schon 42 Buchungen vor, zehn bis 15 davon sind Reservierungen. „Alles, was in der Sanierungszeit bereits gebucht ist, müssen wir prüfen“, sagt Borgmann. Da kann es auch – bei möglichen Terminstreichungen – Forderungen gegenüber der Stadt geben. „Wir können jetzt Termine für 2018/19 nur noch reservieren und nicht mehr annehmen“, sagt Borgmann. Aus Sicherheitsgründen gehe das nicht anders. „Für 2017 können wir Entwarnung geben, für die folgende Sanierung aber nichts garantieren.“

Aus verständlichen Gründen. Denn für 3,5 Millionen Euro will die Stadt die Halle umfangreich aufmöbeln lassen. „Die komplette Fassade wird ausgetauscht, und wir gehen auch an die Decke ran“, erläutert Borgmann. Darüber hinaus werden im Inneren Sanitäranlagen aufgefrischt sowie die Licht- und Tontechnik auf den aktuellen Stand gebracht. „Wir hatten schon diverse Veranstalter, die aufgrund der veralteten Technik nicht gebucht haben“, sagt der ETMG-Geschäftsführer. „Deshalb ist es jetzt wichtig, dass es losgeht.“

Für Anbieter wie die Konzertreihe Eckernförde beginnt eine harte Phase. „Wir sitzen ganz schön in der Klemme“, sagt die Vorsitzende Karin Lucke. Bis zu zwei Jahre Verlauf benötigen die Buchungen von Orchestern und Solisten. Für die Konzertsaison 2017/18 gibt es noch einige Optionen für das Programm – „aber wir hängen in der Luft“, so Lucke. Einige feste Verträge wurden schon für 2018 geschlossen. Jetzt heißt es abwarten auch für die Konzertreihe, die mit fast 500 Abonnenten einer der großen Kulturträger im gesellschaftlichen Leben der Stadt Eckernförde ist. Ausweichmöglichkeiten sind schwierig. Das „Carls“ auf der Carlshöhe etwa wäre zu klein, um die Abonnentenzahl unterzubringen.

Nach der Sanierung verbleiben – wie bisher – ETMG und Stadtbücherei in der Stadthalle. Was sich verändern wird, wenn eine modernisierte Halle zur Verfügung steht, ist noch offen. Allerdings soll über Preisstruktur und Veranstaltungsmix nachgedacht werden. Die beengt untergebrachte ETMG erhält schon ab Februar Entlastung. Dann nämlich soll der 130 Quadratmeter große Empfangsraum durch eine Zwischenwand neu aufgeteilt werden. „Es wird nur noch einen Tresen geben“, erläutert Borgmann. Je zwei Arbeitsplätze für Buchungen/Beratung sowie Verwaltung erhalten hinter den Wand getrennte Räumlichkeiten. Die Umbauten sind mit 45000 Euro veranschlagt. Knapp die Hälfte wird durch die Aktivregion bezuschusst. Im Vergleich zur großen Stadthallen-Sanierung wird es hier schneller gehen. Nach wenigen Wochen sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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