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Sanierung kann beginnen

Stadthalle in Eckernförde Sanierung kann beginnen

Der Knoten für die Sanierung der Stadthalle ist durchschlagen. In der Eckernförder Ratsversammlung fand sich Montagabend eine tragfähige Mehrheit für eine Teilsanierung der Außenhülle und eine Innensanierung für insgesamt 3,3 Millionen Euro. Bei Bürger-Forum, Grüne, SSW und FDP blieb die Entscheidung umstritten.

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Die Stadthalle ist zum Sanierungsfall geworden. Derzeit werden die Attika-Platten der Dachumkränzung provisorisch mit einem Holzgerüst gesichert.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Seit Ende 2014 der Zustand der Stadthalle Thema im Rat geworden war, hatte es einen Schlingerkurs in der Politik gegeben. Der Finanzausschuss hatte zuletzt die komplette Umsetzung des Sanierungskonzeptes (vier Millionen Euro) empfohlen, der Bauausschuss dagegen die Teilumsetzung. Die kleineren Parteien, bis auf die Linke, wollten noch Alternativen zur Sanierung geprüft wissen, darunter einen Neubau an anderer Stelle, den die Verwaltung auf 14,5 Millionen Euro veranschlagt hatte.

 Für CDU und SPD ist die Sache hingegen klar. „Die 40 Jahre alte Stadthalle ist in die Jahre gekommen“, sagte Katharina Heldt (CDU). Die Sanierung der maroden Attika (Dachumkränzung) sei ein Muss, weitere Maßnahmen seien erforderlich. „Wir sollten das tun, was notwendig ist.“ Heldt unterstrich die Bedeutung der Stadthalle für das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt mit Theater, Konzerten, Messen und Bällen. „Alles das erfüllt der vorhandene Bau.“ Auch ein Neubau wäre ihrer Meinung nach defizitär, die Frage nach dem Standort noch offen. Heldt: „Wir wollen keine zweite Never-Ending-Story“.

 Die Alternative, so Martin Klimach-Dreger (SPD), wäre ein rot-weißes Absperrband rund um das Gebäude. „Doch dafür ist uns die Stadthalle zu wichtig.“ Da so oder so 600000 Euro für die Attika ausgegeben werden müssten, wäre das – bei einem möglichen Neubau – herausgeschmissenes Geld, sagte er. Deshalb müsse die Stadt in den „sauren Apfel zu beißen“ und sanieren. Das Ja zur Innensanierung ist laut Frauke Piechatzek (SPD) auch für die Vermarktung der Halle bedeutend.

 „Bauchschmerzen“ hatte dagegen Matthias Huber (Bürger-Forum) mit dem Beschluss. Alles über die notwendige Sicherung der Attika hinaus geschehe ohne Not, sagte der Bauausschussvorsitzende. Er forderte zunächst eine Grundsatzdebatte zu einem Zukunftskonzept für Stadthalle, Bücherei, Eckernförde Touristik & Marketing GmbH sowie Willers-Jessen-Schule. Auch eine Halle in Kombination mit einem Kino auf dem Bahnhofsgelände wäre denkbar.

 Sylvia Grabowski-Fillmer (SSW) fehlte das notwendige Vertrauen in die Altbausubstanz der Stadthalle, Edgar Meyn (Grüne) hielt den Standort für falsch und das Konzept für veraltet, und Georg Siebert (Bürger-Forum) sah die Sanierung als „eine Art Blindflug“. Rainer Beuthel (Linke) wollte den Blick hingegen auf die „Realitäten“ lenken: Bei einer Neuverschuldung von 3,9 Millionen Euro in 2016 und veranschlagten Ausgaben von 7,8 bis 8 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren sei der Neubau einer Stadthalle „außerhalb jeglicher Möglichkeiten“, sagte er.

 CDU, SPD und Linke votierten mit 13 zu 9 Stimmen (Bürger-Forum, Grüne, SSW, FDP) für die Bereitstellung von 2,7 Millionen Euro zur Teilumsetzung des Sanierungskonzepts. Michael Kornath (CDU) enthielt sich. Mit 14 zu 9 Stimmen wurden zudem weitere 650000 Euro für die Innensanierung der Stadthalle zur Verfügung gestellt.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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