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Fischsterben in Eckernförde und Kiel

Sauerstoffmangel Fischsterben in Eckernförde und Kiel

Spaziergänger sind schockiert: Am südöstlichen Strand von Eckernförde ist es Dienstag zu einem großen Fischsterben gekommen. Auch im Kieler Germaniabecken japsen tausende Dorsche und Plattfische nach Luft.

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Die Tiere japsen an der Wasseroberfläche nach Sauerstoff.

Quelle: Günter Schellhase

Eckernförde. Gespenstische Szenen am Germaniahafen auch am Mittwochmorgen: Tausende Fische japsen dicht an dicht gedrängt nach Sauerstoff. Ihre Mäuler schnappen über der Wasseroberfläche nach Luft. Kadaver sinken zu Boden. Das Kieler Umweltamt weiß von dem Drama, will aber nicht eingreifen. Auch in Eckernförde ist das massenhafte Sterben zu beobachten. Ursache ist ein Schaufeleffekt der Ostsee durch starke Südwestwinde.

Mitarbeiter vom Eckernförder Ostsee-Info-Center haben die Situation am Dienstag in Augenschein genommen. Nach Angaben von Ulla Grebe-Schmitz, Umweltpädagogin im OIC mit Schwerpunkt Meeresbiologie, handelt es sich um eines der stärksten Fischsterben der vergangenen Jahre. Sie sagt aber auch: "Das ist ein bekanntes Phänomen um diese Jahreszeit".

Auslöser ist nach ihren Angaben ein nahezu auf Null gesunkener Sauerstoffgehalt. Wenn starker Südwestwind das Wasser gegen das Borbyer Ufer drückt, kommt es zu einem "Schaufeleffekt" in der Ostsee vor Eckernförde. Das heißt: Sauerstoffarmes Wasser aus tieferen Schichten gelangt in flachere Bereiche. Die sich dort aufhaltenden Fische ersticken buchstäblich.

Ob die Kadaver eingesammelt werden müssen oder sich die Situation von selbst bereinigen kann, stand Dienstag noch nicht fest. "Wir warten heute noch ab, wie sich das entwickelt", erklärte Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke. Gleichzeitig stehe man mit dem OIC in Kontakt.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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