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Schon wieder: Schimmel droht

Eckernförde Schon wieder: Schimmel droht

Die Bemühungen um den Erhalt der Kunstschätze in der St.-Nicolai-Kirche haben einen Rückschlag erlitten. Nach umfangreichen und teuren Restaurierungsarbeiten an der historischen Heßler-Orgel und dem Gudewerdt-Altar blüht der Schimmelbefall im Gotteshaus wieder auf.

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Das Innere der Eckernförder St.-Nicolai-Kirche birgt viele Kunstschätze. Erst vor wenigen Jahren wurden der Gudewerdt-Altar und die historische Heßler-Orgel aufwendig restauriert.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. In der Orgel, unter den Bänken und teils auf den Kunstwerken wurden erste Spuren gefunden. „Die Situation ist nicht so dramatisch wie damals“, sagt Pastor Dirk Homrighausen. „Aber wir müssen dem Problem entgegentreten.“

Als erste Reaktion hat die Kirchengemeinde ein Sanierungsgutachten für die Kirche in Auftrag gegeben. „Wir wissen noch nicht, woran es liegt“, so Homrighausen. In Verdacht stehen die Umluftheizung, die Filter oder die Fensteröffnungen. Erst kürzlich wurde der Ostgiebel der Kirche, den ein mächtiger Anker ziert, mit einer stärkeren Mauer und damit besseren Isolierung saniert. Doch weitere Arbeiten sind erforderlich: An der Westseite des Gebäudes sind Mauerteile herausgebrochen und es hat Auswaschungen gegeben. Der Dachreiter, der „schiefe Turm von Eckernförde“, soll auf seine Statik hin überprüft werden. Und auch die Balken des Dachstuhls müssen inspiziert werden. Auf dem Dachboden hat sich in Teilen Dachziegel-Mörtel angesammelt. Er soll beseitigt und das Holz darunter untersucht werden.

Ein Hauptproblem des Schimmelbefalls ist die Staubentwicklung. Wo die Quelle zu suchen ist, ist derzeit noch unklar. Für Kirchenbesucher besteht keine Gesundheitsgefährdung. „Das haben wir prüfen lassen“, betont Homrighausen. Die Heizung wird jetzt noch einmal gesondert unter die Lupe genommen. Auch die Restauratorinnen der Kunstwerke sind nach Angaben des Pastors verzweifelt. Bedroht doch die neue Situation ihre aufwendige Arbeit der letzten Jahre.

Konkrete Ansatzpunkte soll demnächst das Sanierungsgutachten liefern. Parallel hat die Kirchengemeinde ein zweites, bauhistorisches Gutachten vergeben. Gefördert wird es mit Geldern von Land und Denkmalpflege. Diese Analyse soll ermitteln, wie die Kirche gebaut ist und welche Besonderheiten sie aufweist. Das Ziel: Die St.-Nicolai-Kirche soll als überregionales Kulturdenkmal von besonderem Rang aufgenommen werden. „Vielen ist nicht bewusst, was für eine außergewöhnliche Kirche wir haben“, sagt Homrighausen. „Fachleute bestätigen uns das immer wieder.“ Ob Gudewerdt-Schnitzereien wie der hölzerne Altar, das frisch restaurierte Stein-Epitaph, das Taufbecken, die Orgel oder die spezielle Gestaltung des Baus – die Gesamtheit macht die St.-Nicolai-Kirche, die in ihren Ursprüngen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut wurde, zu etwas Besonderem. Willkommener Nebeneffekt einer Anerkennung als überregionales Kulturdenkmal: Für Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten könnten EU-Fördermittel eingeworben werden.

Denn nach wie vor gibt es neben der Kirchensanierung bauliche Herausforderungen: Es fehlt noch eine barrierefreie Zuwegung und auch das umgebende Außengelände könnte attraktiver sein. „Wir wissen, das ist keine schöne Visitenkarte für die Stadt“, sagt Homrighausen. Mit der Eckernförder Verwaltung sei man in Sachen Kirchplatzgestaltung im Gespräch. Sein Credo: „Lieber gründlich, dafür gut.“

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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