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Schlag auf Schlag beim Reifenwechsel

Hochbetrieb in Werkstätten Schlag auf Schlag beim Reifenwechsel

Der Eiskratzer ist eingeweiht. Donnerstagmorgen waren auf den Autos die Scheiben zugefroren. Und die Winterreifen? Sind sie schon montiert? In Kfz-Werkstätten und Reifenbetrieben klingeln jetzt die Telefone Sturm.

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Carsten Andersch erläutert den Winterreifen: „Die Vollsilika-Gummimischung behält bei Kälte Elastizität. Die vielen feinen Lamellen weiten sich beim Bremsen, das Profil ist grobstollig oder negativ. Auch im Frühjahr kann man Winterreifen noch fahren. Auf aufgeheizter Straße werden sie schwammig.“

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Doch auf den Reifenwechsel-Termin muss mancher mindestens eine Woche warten.

 „Leider“, räumt Carsten Andersch ein. Der Chef der Filiale Point S Reifen Andersch in der Marienthaler Straße in Eckernförde bleibt trotzdem entspannt. „Das kennen wir schon. Viele unserer Kunden haben im Oktober noch nicht im Blick, dass die ersten Nachtfröste drohen. Hat es erstmals wieder gefroren, dann wollen alle auf einmal ihre Winterreifen aufgezogen haben“, sagt er lächelnd. „Und wir tun, was wir können.“ Stimmt. Wie am Schnürchen montieren die 25 Mitarbeiter der fünf Betriebsstandorte jetzt Sommerräder ab und die überprüften Winterräder wieder ans Fahrzeug. Bis zu 60 Autos täglich schafft das Team in dieser Filiale. Bis Dezember geht es Schlag auf Schlag mit dem Reifenwechsel.

 Dass Winterreifen sinnvoll, ja sogar notwendig sind, wenn man viel und längerer Strecken fährt, bezweifelt laut Andersch heute kaum noch ein Autofahrer. „Das Sicherheitsbewusstsein ist auch dank der Medien hoch“, bestätigt er. „Der Winterreifen besteht aus einer anderen Gummimischung, die auf kalten Boden nicht hart wird, und hat ein völlig anderes Profil als die Sommerversion. Er behält den Griff auf matschiger und kalter Fahrbahn. Das verringert den Bremsweg. Auf hohes Tempo sind diese Reifen auch ausgelegt. Sie sind nicht mehr zwangsläufig schmal.“ Von umsichtiger Fahrweise entbinden Winterräder allerdings nicht. „Auf vereister Strecke rutscht jeder Reifen.“ Was hält er von Ganzjahresreifen? „Sie sind ein Kompromiss. Sie haben ihre Berechtigung, wenn man überwiegend in der Stadt und kurze Strecken fährt.“

 Geld sparen Ganzjahresreifen-Fahrer nur bedingt. Zwei Reifensätze nutzen jährlich auch nur halb so stark wie ein einziger Satz ab. Sie halten entsprechend länger. Auf die Kostenbremse treten Autobesitzer in puncto Sicherheit nach seiner Erfahrung ohnehin weniger als in Zeiten von VW-Käfer und Opel-Kadett. „Die meisten nehmen beim Autokauf gleich zwei Sätze Kompletträder. Dass wir nackte Reifen aufziehen, kommt nur selten vor. Auch die Stahlfelge verschwindet sukzessive. Viele Fahrer legen Wert darauf, dass ihr Auto mit winterfesten Alufelgen das individuelle Gesicht behält.“

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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