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Schlaglochpiste sorgt für Ärger

Felm Schlaglochpiste sorgt für Ärger

„Endlich Schluss mit der Schlaglochpiste“, hieß es 2014 in Felm. Da hatte die Gemeindevertretung beschlossen, den Hunnenberger Weg von der maroden Asphaltdecke zu befreien und eine glatte, wassergebundene Anliegerstraße daraus zu machen.

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Sind die Schlaglöcher am Hunnenberger Weg in Felm bald Vergangenheit? Die Anwohner sind seit anderthalb Jahren genervt. Die Gemeinde verspricht jetzt eine umfassendere Nachbesserung.

Quelle: Cornelia Müller

Felm. Doch alle Hoffnungen verkehrten sich ins Gegenteil. Die heutige Schotterstrecke ist erst recht durchlöchert. Ende April soll das „endgültig vorbei sein“, verspricht Bürgermeister Friedrich Suhr (CDU). Doch die Anwohner bleiben skeptisch, ob „das Grädern was bringt“.

 Volles Haus bei der Gemeindevertretersitzung im Dörpshus Montagabend. Gleich in der Fragestunde überreicht eine Anliegerin des Hunnenberger Wegs dem Bürgermeister eine Liste mit 170 Unterschriften. „Wir dulden diese Holperpiste nicht mehr, auch nicht weitere vier Wochen“, erklärt sie. Suhr scheint perplex. Unterzeichner sind neben den 15 Bewohnern des Hunnenbergs Verwandte, Freunde, Besucher, Landwirte, die hier mit schwerem Gerät zu ihren Feldern müssen. „Wir fahren uns seit anderthalb Jahren die Autos kaputt. Mit dem Fahrrad traut sich im Dunkeln keiner mehr zu fahren“, unterstreicht ein anderer Sitzungsgast. „Felm hat 50000 Euro ausgegeben, um einen Weg zu bekommen, der schlimmer ist als alles zuvor.“

 Suhr muss tief durchatmen, denn die Schotterpiste ist auch für die Politik ein Ärgernis. Um den gemeindeeigenen 1,2 Kilometer langen Hunnenberger Weg als stark befahrenen „Schleichweg“ Auswärtiger zu sperren, hatte man sich für die Umwandlung in eine Sackgasse entschieden. Auf die über 200000 teure Straßensanierung wurde verzichtet. Stattdessen wurde der Asphalt geschreddert und mit Spezialkies bedeckt – laut Straßenbauexperten ein kostengünstiges Verfahren, das eine ebene und pflegeleichte Kiesstraße schafft. Pfusch am Bau aber vergällte den Felmern allerdings bis heute die Freude über die vermeintlich eingesparten 150000 Euro.

 „Ende April wird der gesamte Belag durchgefräst, also gegrädert, und neu geglättet“, erläutert Suhr den Aufgebrachten. „Damals durften die schweren Fahrzeuge gleich wieder fahren. Das werden wir jetzt verhindern, damit alles sacken kann. Danach sollte der Weg haltbar und eben sein.“ Am Dienstagmorgen holpert wieder ein riesiges Treckergespann über die Strecke und vertieft die Schlaglöcher ein weiteres Mal. „Ich muss ja hier durch“, sagt der Landwirt fast entschuldigend. „Ich glaube ja nicht, dass ein Schotterweg das Richtige ist...“

 Auf der Tagesordnung stand am Montag übrigens auch das Reizthema Naturkindergartengruppe. Die Schutzhütte für die Drei- bis Sechsjährigen, die ab September täglich vormittags im Wald spielen werden, soll im Wohngebiet am Waldrand stehen. Das passt nicht jedem Eigenheimbesitzer. Auch möglicher Hol- und Bringverkehr beschäftigt die Kritiker. Doch sie müssen sich mit Fragen vorerst zurückhalten. Einstimmig übertrugen die Gemeindevertreter alle Entscheidungen zum Naturkindergarten auf den Bauausschuss. Er tagt am Mittwoch, 20. April, um 19 Uhr im Dörpshus von Felm.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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