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Performance statt Unterricht

Schüler-Projekt Performance statt Unterricht

Sie sind Schüler am Berufsbildungszentrum (BBZ) Eckernförde und lernen im Bereich Metall- und Elektrotechnik. Die 18 jungen Leute sind es gewohnt, sich in Präzision zu üben – ihre Fächer bringen das mit sich. Jetzt denken sie um und proben für performatives Theater. Thema: Willkommenskultur

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Du gehörst nicht zu uns: Gestenreich proben die Schülern des Berufsbildungszentrums mit Regisseurin und Coach Kerstin Steeb (rechts) die Eröffnungsszene der Performance.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde.  Über ihre Deutschlehrerin Christina Stolz, die auch Darstellendes Spiel unterrichtet, sowie über ein Essay zum Thema Flüchtlinge entstand der Impuls, ein Video zu drehen. Damit wollen sie beim bundesweiten Wettbewerb der BHF-Bank unter dem Titel Unart teilnehmen, der alle zwei Jahre stattfindet – ein Wettbewerb für performatives Theater. Jeder, der eine Idee für eine Performance hat, die nicht mehr als 15 Minuten dauert und aufzuführen ist, kann sich bewerben. Teammitglieder zwischen 14 und 20 Jahren präsentieren eine Idee, die mit Theater, Video, Musik, Tanz und anderen Mitteln zur Aufführung kommen kann.

 Die Idee kam an, und nun steht den 18 Laienschauspielern ein Profi als Coach zur Seite: Kerstin Steeb, Musiktheater-Regisseurin und freie Mitarbeiterin am Thalia Theater Hamburg. Für ihre Performance haben sich die Schüler das Thema Menschenfreund ausgesucht. War die Situation im Essay des Unterrichts so, dass die Rollen von Flüchtling und Gastgeber vertauscht waren, nehmen sich die Schüler jetzt der Situation ihres Landes an. In einem Filmintro wird gezeigt, dass es für einen Flüchtling – gespielt von dem wirklich Asyl suchenden Assis – nicht überall eine Willkommenskultur gibt. Nach dieser Filmsequenz beginnt die Performance, für die die Schüler momentan die Ideen in einem Pool zusammenstellen, aus dem sie später schöpfen können.

 „Wir wollen das ernste Thema aber satirisch darstellen“, erklärt Jan Rathmann (19), einer der Darsteller. Für die Schüler wie auch für Lehrerin Christina Stolz ist es ein spannendes Projekt, das aber auch als Note in das Zeugnis einfließen wird. Weitere Proben folgen zum Beispiel in Form einer Projektwoche im Januar. Ernst wird es dann am 1. und 2. März bei der Uraufführung auf der Studiobühne des Thalia-Theaters in Hamburg. Lampenfieber haben sie noch nicht. „Wird aber noch kommen“, so der mitwirkende Schüler Fabian Dechow (17).

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