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Nacktbaden am Strand ist erlaubt

Schwedeneck Nacktbaden am Strand ist erlaubt

Strandwetter! Ist da auch Badezeug angesagt, wenn man wiederholt schwimmen geht? Ist splitternackte Haut überall am Strand erlaubt oder nur in FKK-Zonen? Ein Bürger aus Schwedeneck ist irritiert, weil Badende an „seinem“ Strand die Hüllen fallen lassen. „Alles legal“, kann das Amt beruhigen.

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Grundsätzlich ist in Deutschland nicht geregelt, wie viel ein Badegast anhaben muss – es sei denn eine Ortssatzung gibt anderes vor. Am FKK-Strand zählt für Badegäste das reine Naturerlebnis. Zu zweit die Abendsonne zu genießen, ist romantisch. Intimitäten in der Öffentlichkeit sind dabei jedoch tabu.

Quelle: fotolia

Schwedeneck. „In Jellenbek gibt es am normalen Strand immer mehr Nackbader“, moniert der Mann aus dem Sommerhausgebiet im Ortsteil Krusendorf. Er habe einen Mann, der ohne Badebekleidung am Strand lag, darauf angesprochen und sei als „verklemmt“ beschimpft worden. Als „Normalbürger“ wolle er aber vor dem Anblick Nackter an seinem öffentlichen Hausstrand geschützt sein.

 „Es gibt zwar einen ausgewiesenen FKK-Strand in der Gemeinde Schwedeneck, und zwar an einem Abschnitt in Surendorf“, klärt Nicole Pickel von der Amtsverwaltung in Dänischenhagen auf. „Grundsätzlich ist in Deutschland aber nicht geregelt, wie viel ein Badegast anhaben muss. Auch an den bewachten Abschnitten Dänisch Nienhof und Surendorf gibt es keine gesetzliche Vorschrift. Es sei denn, dass jemand ein öffentliches Ärgernis erregt oder eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung begeht.

 Das ist das Ablegen von Kleidung, um sich am Strand zu sonnen oder zu schwimmen, nicht. Der Bürger muss in Badezonen damit rechnen, dass sich jemand auszieht.“ Dennoch sei es üblich, dass an bewachten Stränden ohne FKK-Schild Badekleidung getragen werde. Ob Frauen das Bikinioberteil ablegen, sei da Geschmackssache. „Wer hier gar nichts anhat, fühlt sich schnell unwohl, weil er die Blicke auf sich zieht.“

 Die wichtigsten FKK-Regeln

Nacktbade-Knigge

 An FKK-Stränden legen Gäste Wert auf gutes Benehmen. Intimitäten in der Öffentlichkeit sind tabu, Fotos und Videos ebenfalls. Wer hier badet, schätzt das Naturerlebnis – nicht mehr. Gaffen und Anstarren ist nicht erlaubt. Wer mit anderen spricht, sollte Augenkontakt halten, um Missverständnisse zu vermeiden. Bemerkungen über Badegäste, die nicht die Idealfigur haben, sind unangemessen. Am Naturistenstrand will jeder so sein dürfen, wie er ist. Wer im FKK-Bereich Badekleidung trägt, könnte ein Spanner sein. Also bitte ausziehen oder gleich einen anderen Strand suchen. Hier gibt es den Nacktbade-Knigge.

 Schwedenecks Touristikchef Norbert Ehrich bestätigt: „Normalerweise gibt es keine Probleme damit an unseren Kurstränden. Die meisten Badegäste sind tolerant, wenn jemand mal hüllenlos in Wasser hüpft. Das muss ja niemand nachmachen.“ An weniger belebten Freistränden wie in Jellenbek komme es häufiger vor, dass Besucher ohne Badehose schwimmen. „Wer das schwer ertragen kann, sollte an einen anderen schönen Strand von Schwedeneck ausweichen.“

Aufwand und Nutzen müssen im Verhältnis stehen

 Gleichwohl haben Gemeinden die Möglichkeit, Baderegeln an ihrem Strand mittels Ortssatzung genauer zu definieren und zum Beispiel Badebekleidung vorzuschreiben. „Das ist bei uns nirgendwo der Fall“, sagt Nicole Pickel. „Wer solche Regeln erlässt, muss die Einhaltung auch kontrollieren können. Da sollten Aufwand und Nutzen im Verhältnis stehen. Unsere Amtsgemeinden sehen hier keinen Bedarf.“ Was bewirkt dann die Kennzeichnung als FKK-Strand? „Hier weiß der Gast, dass normalerweise alle nackt baden. Wer das nicht möchte, sucht sich gleich einen andern Platz.“

 Kein Pardon kennt der Gesetzgeber dagegen, wenn Badegäste durch Nackte belästigt werden oder eine sexuelle Absicht vorliegt wie beim Exhibitionismus. Das sind Straftatbestände. Und das gilt genauso für jeden Strandbesucher, der bekleidet auf Anmachtour ist.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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