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Widerstand gegen Fracking wächst

Schwedeneck Widerstand gegen Fracking wächst

Zeigen Schwedenecks Bürger mit Bürgermeister Gustav-Otto Jonas (SPD) der Erdölförderung Gelb? Der Infoabend am Donnerstag zu einer möglichen Wiederaufnahme an der Küste steuerte auf eine Bürgerinitiative gegen Pläne der Deutschen Erdöl AG (Dea) hin.

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Geologe Dietmar Goetz aus Hamburg erläutert Risiken der aktuellen Fördertechnologie.

Quelle: Cornelia Müller

Schwedeneck. Jonas – vor zwei Jahren noch willig, dem Konzern Bekundungen zur Transparenz abzunehmen – setzt sich jetzt an die Spitze der Bewegung. Binges Gasthof in Surendorf ist voll. Nur 30 Schwedenecker sitzen vor dem Podium. Den Saal füllen Fracking-Gegner aus anderen Wohld-Gemeinden, von Initiativen in Kiel, Angeln, der Probstei. Die Bündnisse sind im Film, dass Fracking mit Chemikalieneinsatz und aktuelle Erdölfördertechnologie meist verknüpft sind. Auch welche Stolpersteine der angepeilte Bundesgesetzentwurf birgt, der Fracking in Deutschland verhindern oder einschränken soll, wissen hier viele. „Um das neue Bergrecht, das dringend ein Frackingverbot enthalten muss, wird gerungen. Es sieht nicht danach aus, dass sich SPD und Grüne durchsetzen“, leitet Moderator Uwe Stahl aus Kiel ein. „Also müssen wir Bürger zeigen, was wir nicht wollen, und alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Wir sind nicht machtlos.“ Stahl vertritt das Bündnis Kielwasser/Attac Kiel. Neben ihm sitzt Patrick Breyer von der Landtagsfraktion Die Piraten, der seine Gesetzesinitiative zum Wasserschutz vorstellt. Der Geologe Dietmar Goetz und die Biologin Jutta Walter klären über Fachbegriffe auf, benennen Risiken. Um Meinungsbildung geht es nicht mehr. Die steht.

 Eingeladen hat Jonas als Bürgermeister. Trotzdem ist nur eine Handvoll Gemeindevertreter aus Schwedeneck und einer aus Strande da. „Es reicht“, begründet er. „Die Dea hat auf kein Schreiben unserer Gemeinde reagiert, was sie hier wirklich plant und ob sie ihren Bewilligungsbescheid bis 2017 nutzen will. Ölförderung passt nicht zur Energiewende. Und Fracking, falls es eingesetzt würde, lehne ich wegen der Risiken ab. Ich will jetzt hören, was wir vor Ort machen können. Und ich erwarte glaubwürdiges Bergrecht.“ Beifall brandet auf.

 Straff führt Stahl durchs Programm. Die Debatte beschränkt sich auf Sachfragen und Beiträge, wie Initiativen Öffentlichkeit herstellen. „Mit gelben Schildern verweigern wir das Betreten privater Grundstücke, wenn Untersuchungen für die mögliche Förderung nötig werden“, erläutert Juristin Ingrid Lohstöter. In der Probstei setzt man auch auf die Wirkung gelber Stühle, Motto „Kein Platz für Fracking“. Einen bekommt Jonas jetzt überreicht. Und als ihm die Liste derer, die hier gegen Ölförderung agieren wollen, vorgelegt wird, gibt er die Zusage: „Ich nehmen das in die Hand. Damit auch wir eine Initiative zustande bringen.“

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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