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Schwerer Fang mit Quote

Strande Schwerer Fang mit Quote

Die „Strande II“ liegt am Freitagmorgen im Hafen, die roten Fähnchen auf dem Fischkutter flattern straff im Wind. Randy Repenning steht an Deck und macht seine Stellnetze klar. Zehn Tonnen Dorsch darf er in diesem Jahr fangen. Eine weitere Begrenzung würde ihn treffen.

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Randy Repenning macht die Stellnetze auf seinem Kutter klar. Der 23-Jährige ist Berufsfischer in Strande.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Strande. Der 23-jährige Berufsfischer hat das Boot zu Jahresbeginn gekauft, auf Kredit. Sein alter Kutter „Freya“ liegt noch vorne am Steg, mit einem Schild: „Zu verkaufen.“ Durch die jetzt beschlossenen neuen Fangquoten „wird es immer schwerer“, sagt Repenning.

 Im kommenden Jahr wird die erlaubte Fangmenge für Dorsch voraussichtlich auf acht Tonnen sinken. Die nationale Quote wird erst kurz vor Weihnachten endgültig zwischen den Bundesländern aufgeteilt – in der sogenannten Quotensitzung in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Acht Tonnen Dorsch, schätzt Randy Repenning, hat er wohl bisher in diesem Jahr gefangen: „Da müsste ich den Kutter jetzt anbinden.“

20 Prozent weniger Dorsch, 5 Prozent weniger Sprotte, dafür 18 Prozent mehr Hering und Scholle: Darauf hatten sich die zuständigen EU-Minister am Donnerstagabend in Luxemburg für die Ostsee geeinigt. 18 Nebenerwerbsfischer gibt es in Strande. Die paar, die am Freitagvormittag im Hafen sind, ärgern sich über die neuen Quoten. Für Randy Repenning sind sie noch bedeutender. „Der Dorsch ist unser Hauptbrot“, sagt der einzige Berufsfischer aus Strande. Der Hering habe in den vergangenen Jahren in der Kieler Förde stark abgebaut, Sprotte spiele ohnehin keine Rolle. Der 23-Jährige ist Stellnetzfischer. Ja, auch Butt, Scholle und Flunder landen in seinen Netzen, da sei die erhöhte Quote schon ein Vorteil. Allerdings: „Dieses Jahr hatte ich nicht allzu viele Schollen.“ Und die Dorschbestände, sagt er, seien hier vor Ort nicht problematisch.

Repenning, der in Kiel lebt, wollte schon immer Fischer werden. Als Kind fuhr er beim Vater mit, einem Nebenerwerbsfischer. Nach einer Ausbildung zum Fischwirt machte der Schilkseer noch sein Kapitänspatent, teilte sich seit 2012 mit dem Vater die „Freya“. Doch weil er für den kleinen Kutter keine Fangquote bekam, investierte der 23-Jährige und kaufte sich auf Rügen die elf Meter lange „Strande II“. Natürlich bereiten ihm die neuen Fangquoten auch deshalb Sorgen. Und es ärgert ihn, dass er als Jungunternehmer „keinen Cent Fördergeld“ fürs neue Schiff bekam – weil er schon zuvor Miteigentümer der „Freya“ gewesen war, erklärt er.

Den Großteil seines Fanges verkauft der Berufsfischer an die Genossenschaft, die Fischverwertung Kieler Förde. Außerdem beliefert er Gastronomiebetriebe in Strande. Meist fischt er in der Kieler Bucht. Am Donnerstag war er draußen, kam mit Dorsch zurück: Es war „ein guter Fang“. Und was die Quoten angeht, hofft Randy Repenning: „Irgendwann muss das ja mal wieder hochgehen.“

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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