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Tierische Freude über Sammy

Seehund in Strander Bucht Tierische Freude über Sammy

Frech lugt die Robbe aus der See. Das war bisher nur ein lustiges Motiv auf Kaffeebechern im Leuchtturmpavillon Bülk in Strande. Jetzt bekommt das Standard-Souvenir von der Küste realen Bezug: Seehund Sammy ist regelmäßig zu Gast in der Strander Bucht.

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Wer rechnet denn damit? Franz Unger aus Altenholz drückte schnell auf den Auslöser seiner Kamera, als der Seehund 100 Meter weiter seinen Kopf aus dem Wasser streckte.

Quelle: Franz Unger

Strande. Gäste erinnert die Tasse an den Seehund, der sich zur Zeit regelmäßig auf den Steinen vor der Bülker Huk ausruht oder vor der Wasserzone zwischen Steilküste und Strander Bucht auf Beutezug geht.

 „Neulich in der Früh lag er gemütlich auf den Steinen, die man von den Sitzbänken der Landspitze aus sieht“, bestätigt Pavillon-Besitzerin Petra Amelow. „Wenn er einen Menschen am Ufer bemerkt, beobachtet er ihn genau. Wenn man sich ein wenig nähert, taucht er ab. Ich nenne ihn Sammy.“ Auch Franz Unger aus Altenholz, der mehrmals in der Woche auf der Bülker Huk spazieren geht, traute seinen Augen kaum, als der rundliche Räuber mit den Knopfaugen vor dem steinigen Strand plötzlich den Kopf aus dem Wasser steckte. „Und zwar immer wieder“, sagt er. „Inzwischen habe ich das Tier häufiger gesehen.“ Und Angler Hans-Peter Schleuer war verblüfft, als er vor wenigen Tagen in der Wathose neben einer der Steinbuhnens stand „rund 50 Meter vor mir der Seehund auftauchte und mich anguckte“. Prompt meldete er die Begegnung den Kieler Nachrichten.

 Christopher von Dollen, Leiter des Hegelehrreviers des Landesjagdverbands in Grönwohld, hat auch die Meeressäuger vor der Ostseeküste im Blick. Er weiß, „dass der Robbenbestand in unseren Gewässern in den letzten fünf Jahren zugenommen hat“. Seit Januar werden immer wieder Robben in der Kieler Förde vor Heikendorf und im Segelhafen Kiel-Wik beobachtet.

 Auch vor der Schwansener Küste fotografierte ein Zeitungsleser vor vor kurzem ein Tier, das sich munter auf einem Stein räkelte. Von Dollen geht davon aus, dass nicht immer ein- und derselbe Seehund beoachtet wird. „Die Tiere wirken meist wohlgenährt. Sie sind anpassungsfähig und ziehen Fischschwärmen hinterher. Vor der Küste sind jetzt zum Beispiel Dorsch und Heringe zu holen.“

Nach seinen Beobachtungen habe die Scheu der Ostsee-Seehunde vor Menschen abgenommen. Daher trauten sie sich zunehmend, ihre Ruhepausen an Stränden oder sogar in den momentan wenig belebten Sporthäfen einzulegen In der Nordsee nutzten die Tiere abgelegene Sandbänke. „Doch Vorsicht! Robben sind Raubtiere mit scharfen Zähnen. Man darf sich ihnen nicht nähern“, warnt von Dollen.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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