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Ohne Risiken und Nebenwirkungen

Seniorenbeirat Gettorf Ohne Risiken und Nebenwirkungen

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker – und andere Experten aus dem Gesundheitswesen. Diese Möglichkeit nutzten gestern im Hotel Stadt Hamburg in Gettorf über 100 Besucher eines Frühstücksforums, das Manfred Schröter und Brigitte Müller-Diepenbeck vom Seniorenbeirat vorbereitet hatten. Zu Kaffee, Brötchen, Marmelade und Wurst gab es wertvolle Tipps und Anregungen – garantiert ohne Risiken und schädliche Nebenwirkungen.

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Standen den Besuchern des Senioren-Frühstücksforums Rede und Antwort: Apothekerin Karola Kolbe-Scholl sowie Thomas Frohberg (li.) und Stephan Reuß von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. „Eine einzige Frage kann den Unterschied zwischen Kranksein und Gesundsein machen“, sagte Karola Kolbe-Scholl. Diese Aussage der Diplom-Pharmazeutin und Apothekerin aus Gettorf konnte Stephan Reuß, Beratungsarzt bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), nur unterstreichen. Durch unterlassene oder falsche Medikation kämen in Deutschland jährlich mehr Menschen ums Leben als durch Autounfälle. Deshalb lautete sein Appell an die Senioren-Frühstücksrunde: „Löchern Sie Ihren Arzt, wann und wie Sie Ihre Medikamente einnehmen sollen.“

 Kostenlosen Rat rund um die richtige Einnahme von Arzneimitteln gibt es auch in der Apotheke. Medikamenten-Management nennt Karola Kolbe-Scholl, die in der Hirsch-Apotheke in der Herrenstraße arbeitet, diesen Service. Auf Wunsche stelle die Apotheke bei Dauertherapien alle Medikamente in der verordneten Dosierung wochenweise in einem sogenannten Blister (Arzneimittel-Dosierer) zusammen. Wenn Medikamenten-Therapien nicht wie gewünscht anschlagen, liegt das nach den Worten von Karola Kolbe-Scholl oftmals an eigener Nachlässigkeit, aber auch an mangelnder Kommunikation und fehlendem Wissen. Deshalb: „Fragen und hinterfragen Sie!“ Sollte es um schwierige Fragen gehen, die auch eine besondere Diskretion verlangen, könne mit der Apotheke ein Beratungstermin vereinbart werden, sagte die Pharmazeutin.

 Der Teamleiter Beratung der Kassenärztlichen Vereinigung Rendsburg-Eckernförde, Thomas Frohberg, erläuterte den Besuchern des Frühstücksforums nicht nur Fachbegriffe wie Generika („die sind in der Regel nicht schlechter als das Original, nur günstiger“) oder Nutzenbewertung („die ist für alle ab 2011 in Deutschland zugelassenen Präparate vorgeschrieben“). Er führte auch durch den Dschungel der Gesundheitsbürokratie und förderte dabei einen Zungenbrecher zutage: Austausch-Ausschluss. Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen gilt nach Frohbergs Worten eine „ausreichende“, nicht eine „optimale“ Versorgung. Pro (Kassen-)Patient und Quartal stünden einem Arzt durchschnittlich 58,22 Euro für Arzneimittel zur Verfügung. Frohbergs Schlussfolgerung: „Die Verordnungs- und Therapiefreiheit der Ärzte ist heute stark eingeschränkt.“ Nach diesem Vortrag sei ihr klar, warum niemand mehr Arzt werden wolle, sagte eine Zuhörerin.

 Die schwierige Materie lockerte Karola Kolbe-Scholl mit Döntjes aus der Apotheke auf. So berichtete sie von einer Kundin, der plötzlich ihre Tabletten nicht mehr schmeckten. Beim Blick auf die Packung klärte sich schnell auf warum: Die Kundin hatte Zäpfchen gelutscht.

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