22 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Kaum Hoffnung auf Zebrastreifen

Seniorenbeirat diskutiert Kaum Hoffnung auf Zebrastreifen

Schon um 9.30 Uhr rauchen im Fraktionszimmer des Altenholzer Rathauses die Köpfe. Der Seniorenbeirat tagt. Die kurze Tagesordnung der ersten Sitzung 2016 täuscht. Hinter den Themen Seniorenpass, Altenparlament und Update des Bürgermeisters steckt immens viel ehrenamtliche Vorarbeit.

Voriger Artikel
Buchungen haben sich vervierfacht
Nächster Artikel
Ein Rudel wie in Alaska

Seniorenpass: Wolf-Dieter Lübke (Foto) und Dieter Jacob saßen 120 Stunden am PC.

Quelle: Cornelia Müller

Altenholz. Die Verkehrslage in der Klausdorfer Straße auf Höhe des Einkaufzentrums Erdbeerfeld mit Apotheke und Ärzten ist auch 2016 ein Hauptärgernis für die sieben Mitglieder. Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) erläutert, warum die Verkehrsaufsicht des Kreises den geforderten Zebrastreifen ablehnt. Gleichwohl werde nächste Woche noch ein Ortstermin folgen. Viel Hoffnung schwingt nicht mit, denn die Lage ist verzwickt: Direkt hinterm Kreisel befindet sich eine Mittelinsel, damit Fußgänger die Straße in zwei Etappen überqueren. Der „natürliche“ Weg dagegen ist die Querung am abgesenkten Gehweg zum Freesenberg. Direkt gegenüber führt ein Fußweg ins Erdbeerfeld. Hier ist der Bordstein wegen der Bushaltebucht nicht abgesenkt.

„Täglich queren viele Menschen die Fahrbahn an dieser Stelle, auf der Autofahrer Gas geben. Darunter sind Ältere mit Rollator, für die der Umweg bis zum Kreisel zu weit ist“, betont der Vorsitzende Dieter Jacob. „Gehbehinderte sind hier länger als andere in Gefahr, weil sie die Gehhilfe auf den Bordstein heben oder auf der Straße bis zur Parkplatzausfahrt gehen müssen.“ Und Wolf-Dieter Lübke echauffiert sich: „Dass der Kreis erwartet, Fußgänger würden den Umweg annehmen, ist unrealistisch.“ Ähnliches beobachtet der Beirat in anderen Orten. Daher hat er drei rechtlich detaillierte Anträge zur Änderung des Straßen und Wegegesetzes für das Altenparlament des Landes vorbereitet. Man hofft, sie mit Beiräten aus Kiel und anderen Umlandgemeinden über den Landesseniorenbeirat einzubringen.

Vorbereitet haben Jacob und Lübke auch die Dateien für den neuen Seniorenpass, der ab Mai ein Jahr gilt. „Genau 120 Stunden haben wir am PC gesessen, wir können nicht mehr. Nun bitten wir, dass die Verwaltung Korrektur liest. Am Freitag muss alles zur Druckerei“, klärt der Vorsitzende auf. Den Ringblock für 20 Euro gibt die Gemeinde heraus. Der Beirat füllt ihn mit Leben, sucht Sponsoren und Einrichtungen, die gegen Vorlage der Gutscheine Rabatt bei Veranstaltungen oder im Schwimmbad geben, organisiert ermäßigte Ausflugsfahrten. Da zieht auch Ehrich spontan den Hut – und sagt zu, dass sein Team die Aufgabe übernimmt.

Ehrenamtlich tätige Senioren denken auch an ehrenamtliche Jugendarbeit. So übergibt der Beirat heute Janke Süverkrüpp von den Asgard-Pfadfindern eine Spende für die Ausstattung der neuen Hütte. 200 Euro aus dem Erlös der Weihnachtstombola genau zum ersten Jahrestag der Brandstiftung, der die alte Pfadfinderhütte zum Opfer fiel, „tun einfach gut“, sagt er.com

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3