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Nun beraten die Fraktionen

Seniorenticket in Eckernförde Nun beraten die Fraktionen

Die jüngste Sitzung des Sozialausschusses in Eckernförde war ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sehr Renate Gorny sich für die Belange der Senioren in der Stadt einsetzt. Es ging um das Thema Busticket, das für Senioren günstiger angeboten werden soll.

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In Kiel gibt es das Seniorenticket bereits. Von den rund 45000 Einwohnern der Landeshauptstadt, die älter als 60 Jahre sind, nehmen rund 3000 das Angebot von Vergünstigungen im Öffentlichen Personennahverkehr wahr.

Quelle: Volker Rebehn/Archiv

Eckernförde. Die 67-Jährige ist fünffache Großmutter und Vorsitzende des Seniorenberates der Stadt. Eine, die gerne viel Zeit mit ihren Enkelkindern verbringt. Doch die älteren Eckernförder liegen ihr ebenfalls am Herzen. Deshalb hat sich Renate Gorny auch vor zwei Jahren in den Beirat wählen lassen. Nicht, um gemeinsame Frühstücke oder Spielenachmittage zu organisieren, sondern vor allem, um sich für die rund 7500 Einwohner der Stadt, die 60 Jahre und älter sind, einzusetzen. Und das tut sie mit ganz viel Engagement und ebenso viel Nachdruck.

 Im Sozialausschuss ging es um die probeweise Einführung des Seniorentickets für die Busse des Stadtverkehrs. Dabei zeigte sich die Vorsitzende des ehrenamtlich tätigen Gremiums zwar offen für die Argumente der Politik, gab sich aber gleichermaßen kämpferisch. Dass sie sich ein Seniorenticket für alle älteren Mitbürger wünscht und nicht nur für sozial Bedürftige, stieß bei einigen Ausschussmitgliedern auf Widerspruch. „Es soll kein Angebot für Arme sein. Wir wollen keine Hemmschwelle bei der Antragstellung“, verdeutlichte Renate Gorny das Anliegen des Seniorenbeirats. Älteren Menschen eine Vergünstigung zukommen zu lassen, sei kein Geschenk. Es sei allerdings von großer Bedeutung, sie am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen. Das sei derzeit längst nicht allen Senioren möglich. Viele von ihnen hätten keine allzu üppige Rente. Eine vergünstigte Monatskarte würde es ihnen ermöglichen, häufiger mal raus zu kommen. Zugleich würde man damit den Stadtverkehr stärken und die Nutzung der Busse verbessern. In Kiel und Neumünster gebe es solch ein Seniorenticket längst, betonte die Sprecherin. Und in Gettorf wird ein Seniorentaxi angeboten. In Kiel würden etwa 3000 von 45000 Einwohnern dieser Altersgruppe über eine vergünstigte Monatskarte verfügen.

 Unterstützung fand das Anliegen des Seniorenbeirats bei Katrin Christine Blum, Eckernfördes Gleichstellungsbeauftragter. Sie befürchtet eine Vereinsamung von Rentnern, die nur noch selten ihre Wohnungen verlassen. Hinzu komme, dass viele ältere Frauen keinen Führerschein hätten und deshalb umso mehr auf den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen seien. Deshalb sei ein Seniorenticket eine gute Sache.

 Oliver Fink (FDP) störte sich weniger an den zu erwarteten Zuschusskosten durch die Stadt, als vielmehr an der Altersgrenze und daran, dass alle Eckernförder ab einem bestimmten Alter solch ein Ticket für sich in Anspruch nehmen könnten. Zum einen würden viele mit 60 Jahren noch im Berufsleben stehen, zum anderem sollte man die soziale Bedürftigkeit stärker berücksichtigen. Heinz-Michael Kornath (CDU), Ausschussvorsitzender, räumte ein, dass man für Senioren nicht sehr viel mache. Er geht für die probeweise Einführung eines Seniorentickets von jährlichen Kosten für die Stadt von einem Betrag zwischen 8000 und 20000 Euro aus. Nun soll das Ganze noch einmal in den Fraktionen beraten werden, ehe man eine Entscheidung treffen will.

 Renate Gorny zeigte sich davon enttäuscht. Ständig würde die Politik die Anliegen der Senioren ablehnen. Dabei würde diese Altersgruppe etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung von Eckernförde ausmachen. Und auch bei Wahlen würden die älteren Bürger ein gewichtiges Wort mitreden.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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