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Schwierige Regeln im Kreisverkehr

Serie „Auf der sicheren Spur“ Schwierige Regeln im Kreisverkehr

Manchmal scheint die Verkehrslage unklar: Wer hat hier Vorfahrt? Wo darf der Radler fahren? Wie vermeide ich Fehler? Altes Fahrschulwissen hilft da nicht immer weiter.

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Kreisel Domsland/Marienthaler Straße in Eckernförde: Radfahrer müssen hier in jedem Fall Vorfahrt gewähren. Schilder geben diese Sonderregelung vor.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde/Altenholz. Unsere Zeitung klärt in Zusammenarbeit mit dem Polizeirevier Eckernförde in der Serie „Auf der sicheren Spur“ auf.

 Diesmal geht es um ein besonders schwieriges Kapitel – den Kreisverkehr. „Ein hochkomplexes Thema, das viele Verkehrsteilnehmer verwirren kann“, bestätigt Joachim Wulff, stellvertretender Polizeichef in Eckernförde. „Das gilt insbesondere, wenn Radfahrer und Fußgänger ins Spiel kommen.“ Zum Beispiel sieht sich Jutta Martens aus Strande als Radlerin am Kreisel am nördlichem Ortsausgang von Strande wiederholt vor das Problem gestellt. Sie hat schon erkundet: Auf dem Drahtesel hat sie hier an diesem Kreisel keine Vorfahrt. Dennoch halten viele Autofahrer an. „In anderen Kreiseln haben Radfahrer wiederum Vorfahrt, doch wann? Wie verhält man sich am besten als Autofahrer, wenn man an den Kreisel heranfährt?“

 Am Beispiel des Kreisels an der Ortseinfahrt Eckernförde (B 203) in Richtung Rendsburg (Domsland-Kreisel) lassen sich gleich mehrere Aspekte aufzeigen. Um diesen Kreis herum gibt es Rad- und Fußweg. Ein kleines Schild „Vorfahrt achten“ auf Augenhöhe der Radler ist über dem schwarzen Hinweispfeil auf weißem Grund angebracht, der jeweils Radwegrichtung markiert. Klarer Fall: Radler müssen hier die Vorfahrt achten, egal ob sie in den Kreisel an der Ein- oder an der Ausfahrt kreuzen. Trotzdem stoppen viele Autofahrer hier generell vor Radfahrern, weil sie vorsichtig oder unsicher sind.

 Auch Fußgänger nutzen diese Übergänge, die teils mit Mittelinseln versehen sind. Was viele überraschen dürfte: An der Kreisausfahrt hat der Fußgänger tatsächlich Vorrang, nicht aber an der Einfahrt. „Aber in jedem Fall ist auf zu Fuß Gehende besondere Rücksicht zu nehmen. Wenn nötig ist zu warten“, betont Wulff. Fehlt bei dem einen Kreisel umrundenden Radweg dagegen das Zeichen „Vorfahrt achten“ für Radler auf dem Radweg, haben diese Vorrang gegenüber Fahrzeugen auf der Fahrbahn an der Ein- und an der Ausfahrt – solange sie sich in Richtung des Kreisverkehrs bewegen.

 Und wenn wie in Altenholz-Klausdorf am kleinen Kreisel Klausdorfer/Altenholzer Straße ein Zebrastreifen vorhanden ist, der an den Fuß- und Radweg stößt? „Dann müssen Fahrzeugführer Fußgänger, Rollstuhlfahrer und schiebende Radfahrer das Überqueren der Fahrbahn in beiden Richtungen ermöglichen “, erläutert Wulff. „Radler müssen hier aber in jedem Fall absteigen.“ Und wenn gar kein Radweg vorhanden ist? „Dann fahren Radler auf der Fahrbahn und müssen wie Autofahrer die Vorfahrt achten, wenn sie in den Kreis einbiegen. Sie auch wie motorisierte Fahrer anzeigen, wenn sie den Kreis wieder verlassen, und genauso Rücksicht auf Fußgänger nehmen.“

 Rätseln auch Sie schon länger über eine unübersichtliche Verkehrssituation in der Region zwischen Eckernförde, Gettorf, Schinkel, Altenholz, Strande? Würden auch Sie gern genauer wissen, wie Sie sich an der betreffenden kritischen Stelle verhalten sollen? Schreiben Sie uns Ihre Fragen per E-Mail an eckernfoerderredakion@kieler-nachrichten.de (der Betreff lautet „Auf der sicheren Spur“). Die interessantesten Fälle nehmen wir selbst in Augenschein und klären sie gemeinsam mit dem Polizeirevier Eckernförde.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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