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Expertenrat: Am besten zu Fuß

Sicherer Schulweg Expertenrat: Am besten zu Fuß

Erstklässler sollte man noch nicht mit dem Fahrrad zur Schule schicken. Darüber sind sich Vertreter der Polizei und der Verkehrswacht mit Schulleiterin Maren Schumacher aus Gettorf einig.

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Zu Fuß unterwegs: So kommen Kinder nach Überzeugung der Gettorfer Rektorin Maren Schumacher am entspanntesten in der Schule an.

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Gettorf/Eckernförde. Einschulung! Für viele Mädchen und Jungen beginnt nächste Woche ein neuer Lebensabschnitt. Allerhöchste Zeit also, sich mit dem künftigen Schulweg vertraut zu machen. „Der Schulweg sollte mit den Kindern rechtzeitig geübt werden“, empfiehlt Jörg Fischer von der Verkehrswacht Rendsburg. Dabei sei zu bedenken, dass der kürzeste Weg nicht immer der sicherste ist. „Manchmal kann es auch ratsam sein, einen Umweg einzuplanen, um besondere Gefahrenpunkte zu umgehen“, sagt Fischer.

 Andreas Kirmes, seit Juni Präventionsbeamter bei der Polizei in Eckernförde, rät darüber hinaus, den Schulweg zu solchen Tageszeiten zu trainieren, an denen die Kinder künftig auch tatsächlich unterwegs sind.

 In den ersten Unterrichtswochen, da sind sich die Verkehrsexperten einig, sollten die Kinder auf ihrem Weg zur Schule begleitet werden, bis sie mit allen Gefahrenpunkten vertraut sind. „Mütter und Väter können sich hier ja auch mit andren Eltern abwechseln“, so ein Tipp von Maren Schumacher. Dass Grundschüler und insbesondere Erstklässler mit dem Fahrrad zur Schule geschickt werden – davon rät die Rektorin der Parkschule ab. Kinder seien in diesem Alter noch zu abgelenkt und könnten Verkehrssituationen noch nicht richtig überblicken. Dazu seien sie erst etwa ab dem zehnten Lebensjahr in der Lage, so Jörg Fischer. Das sieht auch Andreas Kirmes so. Kindern im Grundschulalter fehle es noch an der Fähigkeit, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen.

 Dennoch: Wenn Eltern meinen, dass ihr Kind erfahren genug sei, um den Schulweg mit dem Fahrrad bewältigen zu können, ist das allein ihre Entscheidung. „Der Schulweg ist auch dann über die Gemeindeunfallkasse versichert, wenn die Kinder mit dem Fahrrad fahren“, so die Schulleiterin. Ihre Empfehlung lautet jedoch ganz klar: „Am besten ist es, wenn die Kinder bis zur obligatorischen Fahrradprüfung in der vierten Klasse zu Fuß gehen.“ Dies fördere zugleich das Gemeinschaftsgefühl. Maren Schumacher: „Die Kinder können sich unterwegs austauschen und kommen ganz entspannt in der Schule an.“

 Weniger gern wird es gesehen, wenn die Schüler mit dem Auto direkt bis vor das Schultor gefahren werden. Sie habe Verständnis dafür, wenn Kinder einen besonders langen Schulweg haben und deshalb mit dem Auto gebracht werden, so Maren Schumacher. Die Kinder müssten jedoch nicht direkt vor der Schule abgesetzt werden. Man könne sie zum Beispiel auch am Hotel Stadt Hamburg aussteigen lassen. Dann bekämen sie auch noch ein bisschen Bewegung. „Jedes Auto, das vor einer Schule hält, ist eine zusätzliche Gefahr für die Kinder, die zu Fuß unterwegs sind“, sagt Jörg Fischer.

 Die Vertreter von Polizei und Verkehrswacht appellieren an die Autofahrer, in den nächsten Wochen, wenn die Schulanfänger unterwegs sind, besonders vorsichtig zu sein. Auch sollten sich die Erwachsenen ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Andreas Kirmes: „Erwachsene sollten beim Fahrradfahren ebenso einen Helm tragen wie ihre Kinder.“ Warum aber tun sie dies oftmals nicht? Wilfried Lüthge hat dafür eine plausible Erklärung: „Weil sie glauben, sie hätten alles im Griff.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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