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Bei Silke hängt keiner durch

Neuwittenbek Bei Silke hängt keiner durch

Sie sieht sich selbst als Kumpeltyp. Im Dorf wird die 51-Jährige liebevoll „Turn-Silke“ genannt. Kein Wunder. Seit 20 Jahren leitet Silke Wichmann jetzt das Kinderturnen in Neuwittenbek. Eine runde Sache und zugleich eine Erfolgsgeschichte.

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Spaß am Trapez: Silke „Turn-Silke“ Wichmann gibt Anschwung und passt auf, dass den Lütten beim Absprung nichts passiert. Beeke (links) und Thalea haben beim Sport ihre Freude.

Quelle: Jan Torben Budde

Neuwittenbek. Mittwochs von 14 bis 18 Uhr steppt in der Turnhalle sprichwörtlich der Bär. Ob nun Lütte im Kita-Alter, Eltern und Kinder oder Erst- bis Siebtklässler – gleich vier Gruppen treiben dann nacheinander Sport.

 „Ich möchte es jedem Kind ermöglichen zu turnen“, betont die Übungsleiterin vom TSV Neuwittenbek, die vor über 20 Jahren schon ihre Vorgängerin bei der ehrenamtlichen Aufgabe unterstützte. „Doch heutzutage fehlen oftmals die motorischen Fähigkeiten“, bedauert Silke Wichmann. „Es gibt Kinder, die keinen Ball fangen können“, erzählt die Abteilungsleiterin Turnen im TSV. Nach ihrer Einschätzung ist diese Entwicklung auch dem Siegeszug von Computer und Smartphone geschuldet.

 Doch das gilt längst nicht für alle Kinder. Tammo (3) bringt das Kinderturnen enorm Spaß. „Ich springe da gerne runter“, erzählt der kleine Neuwittenbeker und zeigt auf Kasten, Trapez und große Turnmatte. „Manchmal fragt er schon morgens, ob Silke-Turnen ist“, erzählt Mutter Kathrin Krüger schmunzelnd. Er gehe seit sechs Wochen zum Kita-Kinderturnen und komme dabei mächtig ins Schwitzen. Immerhin ist in der Sporthalle ein beachtlicher Parcours für die Drei- bis Fünfjährigen aus Neuwittenbek, Tüttendorf, Schinkel, Gettorf und Kiel aufgebaut.

 Erst singen die Kinder ein Lied, wobei sie schon gleich wie Gummibälle im Kreis hüpfen. Danach stehen Übungen auf dem Programm, wobei die Lütten im Sitzen mit verschränkten Armen die Beine anheben müssen. Dabei verzieht schon so mancher sein Gesicht. Dann laufen, hüpfen und krabbeln sie durch die Halle. Trotzdem haben die Kinder anschließend noch genug Puste für den Parcours.

 Beim Turnen steht für Silke Wichmann nicht nur die Fitness im Vordergrund. „Die Kindern lernen hier auch, dass man auch mal verliert“, sagt die Neuwittenbekerin, die von Silke Schmidtke unterstützt wird. Ebenso gehe es um Rücksichtnahme. „Sie sollen sich nicht zu Einzelkämpfern entwickeln“, unterstreicht die Übungsleiterin, die auch Kinder mit Behinderungen und von Asylbewerbern im Kursus hat. Ein Junge ruft ganz stolz: „Ich habe einen Wackelzahn!“ Ob nun ein verstorbenes Meerschweinchen, Besuch von der Oma oder neue Turnschuhe: Die Übungsleiterin nimmt am Leben der Lütten teil. „Sie geben einem so viel zurück“, schwärmt „Turn-Silke“.

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