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Keine Rundfahrten mehr auf der Bucht

Innenhafen Keine Rundfahrten mehr auf der Bucht

Vor sechs Jahren hat Andreas Twesten mit seiner "Tu Solo Tu" eine Lücke genutzt, um mit Gästen auf Kurztörns über die Eckernförder Bucht zu schippern. Seit einiger Zeit fühlt er sich immer mehr in seiner Arbeit behindert. Jetzt ist für den Skipper das Maß voll. Er stellt seinen Betrieb bis auf Weiteres ein.

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Andreas Twesten, Skipper der „Tu Solo Tu“, ist verärgert. Er möchte einen festen Liegeplatz an der Hafenpromenade.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde.  Der RSH-Kindertag am Sonntag hatte für Twesten das Fass zum Überlaufen gebracht. Die große Bühne wurde hautnah an den Liegeplatz der „Tu Solo Tu“ herangebaut. Sieben Tage Auf- und Abbau bedeuten für ihn sieben Tage Umsatzverlust. „Ich konnte weder Fahrten anbieten noch Crêpes von Bord verkaufen“, sagt der Skipper. Ein adäquater Ausweichplatz konnte der „Tu Solo Tu“ nach Twestens Angaben nicht angeboten werden. An anderer Stelle hätte er hinter den Wohnwagen des Aufbau-Teams gelegen. Bessere Plätze seien von einem Marineschiff und Traditionsseglern belegt gewesen. Auch hilfreiche Bemühungen des Veranstalters hätten zu keinem Erfolg geführt.

 Für Twesten bedeuten solche ungewollten Ausfälle an Fahrten und Crêpes-Verkäufen schlicht finanzielle Einbußen. „Es geht um meine Existenz“, sagt er. Dabei hat er mit seinen Rundfahrten zunehmend Erfolg. Die Zahl der Touren steigerte sich innerhalb der vergangenen drei Jahre von 80 auf 132. Rund 1500 Gäste kommen pro Saison auf der „Tu Solo Tu“ in den Genuss einer Tour über die Bucht. „Jedes Jahr hab’ ich die Zahlen steigern können“, rechnet der Skipper vor. Dass seine eineinhalbstündigen Ausflugsfahrten in der Saison beliebt sind, zeigt die Zahl der Unterschriften von Gästen, die sich für den Erhalt des Angebots einsetzen. 8000 listet Twesten inzwischen auf. „In den vergangenen Jahren hab’ ich mir ein Stammpublikum aufgebaut.“

 Das weiß auch Marnie Schaefer von der Eckernförder Touristik zu schätzen. „Es wäre ärgerlich, wenn die Fahrten dauerhaft eingestellt würden“, sagt sie. Nach ihren Worten könnte aus Gästesicht sogar noch mehr angeboten werden. Die Touristik unterstütze die „Tu Solo Tu“ mit dem Auslegen von Flyern und dem Veranstaltungskalender. Twesten braucht allerdings auch verlässliche Grundlagen für seine Arbeit. Er benötige einen festen Liegeplatz an der Hafenpromenade, sagt der Skipper. Und eine faire Anpassung seiner Kai-Gebühren an die Passagierzahl. Die „Tu Solo Tu“ wird vom Hafenbetreiber Stadtwerke wie ein Fahrgastschiff veranlagt. Doch ein 35 Meter langer Förde-Dampfer könne beispielsweise 250 Passagiere mitnehmen, seine knapp 20 Meter lange Ketch aber nur zwölf Gäste, vergleicht Twesten. Zudem wolle er bei großen Hafenveranstaltungen nicht mehr vertrieben werden und einen Ausweichplatz „mit beiderseitigem Einverständnis“ bekommen.

 Mit dem Einstellen der Ausflugsfahrten hat Twesten ein Zeichen gesetzt. „Es muss etwas passieren“, sagte er. Gleichzeitig zeigt er sich „jederzeit gesprächsbereit“, um mit Verantwortlichen eine Lösung zu erreichen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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