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Manöver zur Gefahrenabwehr

Northern Coasts Manöver zur Gefahrenabwehr

In und an der Ostsee befinden sich zurzeit etwa 3600 Soldaten im Manöver. Ziel der Übung: Man möchte im gemeinsamen Einsatz mit 17 Nationen üben, einer Mehrfachbedrohung erfolgreich zu begegnen.

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Vom Land zur See, von der See zum Land: Die Marineschutzkräfte sind in beiden Elementen zu Hause.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Und: Der Fokus der Übung liegt auf maritimen Operationen in engen und flachen Küstengewässern, wie sie typisch in der Ostsee zu finden sind. Dabei arbeitet die Marine eng mit Luft- und Bodenstreitkräften zusammen.

Seit dem 11. September läuft die Übung, die am Donnerstag endet. Zunächst wurden die multinationalen Einheiten in Frederikshavn in Dänemark zusammengeführt, dort die Zusammenarbeit abgestimmt und seit vergangenem Sonntag ein fiktives Szenario aufgebaut. Eckernförde spielt dabei eine zentrale Rolle, denn dessen Hafen muss unbedingt für das Einlaufen der Schiffe freigehalten und gesichert werden. So wurde deshalb auch im Marinestützpunkt das internationale Lager, das Camp Jabba, aufgebaut.

In diesem Jahr sind Dänemark und Deutschland Ausrichter des jährlich stattfindenden Manövers. In Eckernförde allein sind 200 Soldaten mit der Hafensicherung beschäftigt, darunter 150 Spezialisten des Stützpunktes. In Glücksburg beim Flottenkommando liegt die Gesamtkoordination, und von dort wird auch das Szenario geliefert. In Kurzform: In einer fiktiven Region gab es in jüngster Vergangenheit politische Spannungen, die zu Konflikten der dort lebenden Bevölkerungsgruppen führten. Die Sicherheitslage hat sich daher stark verschlechtert, sodass die Vereinten Nationen ein Mandat erteilt haben, mit maritimen Kräften die Konfliktparteien zu trennen und für Ruhe zu sorgen. Zankapfel im Streit: Eine Insel in der Ostsee (Fehmarn).

Doch auch das Lager in Eckernförde scheint bedroht. Das allerdings von Land aus. In dem Waldgebiet Christianshöh nahe Kochendorf sollen feindliche Kräfte gesehen worden sein. Die Marine geht von einem geplanten Raketenangriff auf das Lager im Stützpunkt aus. Dort gilt es zu erkunden, ob die Bedrohung tatsächlich gegeben ist. Korvettenkapitän Mario Fink, Kommandeur der gesamten Gruppe in Eckernförde und normalerweise Leiter des Ausbildungszentrums im Seebataillon, lässt seine Soldaten vorsichtig vorangehen. Sprengfallen sind zu vermuten auf dem Weg zum vermeintlichen Raketenabschussplatz.

Ein Soldat der Kampfmittelabwehrkräfte hat sich einen 30 Kilogramm schweren Schutzanzug angezogen, um eventuelle Sprengfallen aufzuspüren und unschädlich zu machen. Gepanzerte Fahrzeuge stehen für die Weiterfahrt bereit, andere Soldaten erkunden das Gelände. Und tatsächlich, vier Fallen haben die Gegner unter der Straße und am Wegesrand – gut getarnt – eingegraben.

Im Hafen des Stützpunkts sind derweil die Taucher unterwegs, um Minen und andere Sprengkörper aufzuspüren, zu entschärfen und zu bergen. Zuvor werden Drohnen losgeschickt, um die Lage zu sondieren. Taucher sind auch mit einem für die Marine eher ungewöhnlichem Gefährt unterwegs: dem Kajak. Doch das ist nicht magnetisch, so gelangen die Soldaten dicht an die Mine, ohne sich zu gefährden.

„Die Herausforderung liegt im Detail“, so Fink. Aber auch in der ständigen Konzentration. So liege die Kraft vor allem in der Ruhe und Besonnenheit, und nicht in wilden Feuergefechten wie im Fernsehen.

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