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Stadthalle Eckernförde: Jetzt wird gesichert

Sperrung in Stadtbücherei Stadthalle Eckernförde: Jetzt wird gesichert

Es bröckelt an der Dachumrandung (Attika) der Eckernförder Stadthalle. Um der möglichen Gefahr durch herabfallende Betonplatten vorzubeugen, ist als erste Maßnahme jetzt der Lesesaal der Stadtbücherei gesperrt worden.

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Über dem Eingang der Touristinformation sind die Betonplatten am Dach bereits provisorisch fixiert. Jetzt soll die gesamte Attika der Stadthalle bis zu einer Sanierung gestützt werden.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Da jedoch die gesamte Halterung der Attika nicht mehr ausreichend stabil ist, soll im Juni eine Konstruktion aus Holzstützen an der Stadthallen-Fassade provisorisch für Sicherheit sorgen.

„Das hat uns hart getroffen“, sagt Hans-Jürgen Simon. Für den Leiter der Stadtbücherei war die Nachricht von der Schließung des Lesesaals ein Schock. Anfang der Woche wurden die Regale weitgehend ausgeräumt, fanden Zeitschriften und Hörbücher improvisierten Platz an anderer Stelle. Seit Dienstag ist der Raum geschlossen. „Das kann aber keine Lösung auf Dauer sein“, sagt Simon. Denn der Lesesaal, der nachträglich aus einer überbauten Terrasse entstand, ist für die Stadtbücherei von Bedeutung. Besucher haben hier Ruhe zum Blättern in Zeitschriften, Zeitungen und Büchern, Lesungen finden hier statt, Gruppen von Schülern und Migranten treffen sich. Doch diese Nutzung fällt jetzt bis auf weiteres flach.

Das Bauamt musste sichern

Bauamtsleiter Roy Köppen bedauert die Schließung, sieht jedoch keine Alternative. „Wir haben an dieser Stelle keine Möglichkeit, die Attika zu sichern“, sagt er. Direkt unter den Betonplatten der Dachumkränzung schließt sich das Glasdach des Lesesaals an. Es bestehe die Gefahr, dass Platten abbrechen und das Glasdach durchschlagen könnten, so Köppen. Generell ist die Aufhängung der Attika zum Problemfall geworden. Das mit der Überprüfung beauftragte Statik-Büro kann keine Verantwortung mehr für die Haltbarkeit übernehmen. „Wir müssen die Platten sichern, bis wir wissen, wie endgültig saniert werden soll“, sagt Köppen.

Die Schließung des Lesesaals ist nur ein Teil der präventiven Maßnahmen. Rund um die Stadthallenfassaden sollen im Juni hölzerne Stützen installiert werden, die die Attika absichern. Für die Eingänge und Notausgänge werden spezielle „Tunnel-Konstruktionen“ erforderlich. Das Ganze wird keinen Schönheitspreis gewinnen. Es sei aber eine solide, einfache und wirtschaftliche Sicherungsmaßnahme, erläutert der Bauamtsleiter. Die Stützen könnten rund ein halbes Jahr stehen bleiben, bis klar ist, wie die Stadthalle saniert werden soll. Die Verwaltung will der Politik drei unterschiedliche Lösungen vorschlagen, die, je nach Umfang, zwischen 500000 Euro und vier Millionen Euro (Komplettsanierung) kosten. Dabei geht es auch um verschiedene Energieeinsparpotenziale.

Sanierungspläne sind noch nicht konkret

In den nächsten Ausschuss-Sitzungen soll über die Stadthallen-Sanierung konkret beraten werden. Bereits im Bauausschuss im April wurde „dringender Handlungsbedarf“ festgestellt. Dabei habe die Erneuerung der Attika Vorrang. Die Prüf-Ingenieure gehen von einer „starken Korrosion“ aus, die einem „Totalschaden“ gleicht. Über dem Eingang der Tourist-Information an der Stadthalle musste bereits gehandelt werden. Hier wurden die Betonplatten mit einem Eisengitter provisorisch gesichert.

Immer wieder wird auch über einen Neubau der Stadthalle nachgedacht. Doch der käme der Stadt teuer zu stehen. Die Verwaltung geht von Kosten in Höhe von 14,5 Millionen Euro aus. Zudem müsste Eckernförde während der Bauphase für längere Zeit auf die Halle verzichten. Die Stadthalle ist wichtiger Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens im Ostseebad und bietet ein Forum für Konzerte, Theater, Messen, Tagungen und festliche Bälle. Vergangenes Jahr wurde die Halle, die bis zu 700 Sitzplätze ermöglicht, an 165 Tagen für Veranstaltungen gebucht.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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