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Ideen für ein besseres Klima

Eckernförde Ideen für ein besseres Klima

Schmelzende Gletscher und heftigere Stürme zeigen: Klimaschutz ist längst keine Option mehr, sondern ein Muss. Die Stadt Eckernförde hat die Planung für ein Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht. Eine erste Bilanz weist Potenziale auf: Bis 2030 könnten durch den verstärkten Einsatz regenerativer Energien 23 bis 33 Prozent an Treibhausgasen eingespart werden. In einem Auftakt-Workshop Donnerstagabend im Technik- und Ökologiezentrum wurden Ideen für konkrete Maßnahmen gesammelt.

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Eckernförde. Rund 20 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft nahmen an der ersten sogenannten Klimaschutzkonferenz teil. Geleitet wurde sie vom bundesweit agierenden Klima-Büro BAUM Consult. Das legte auch erste Energiebilanz-Zahlen für Eckernförde vor. Demnach liegt der anteilige Verbrauch der Wirtschaft höher als im Bundesdurchschnitt – „aufgrund des Marinestützpunktes“, erläuterte Projektleiter Cord Röpken. Allerdings spiegeln sich in einem sinkenden Energieverbrauch des Wirtschafts-Sektors auch die laufenden Sanierungen im Stützpunkt wider. Insgesamt werden hier 200 Millionen Euro investiert. „Bei der Bundeswehr passiert was“, so Röpken. Auch ein neues Heizkraftwerk ist geplant.

 Der statistische Eckernförder verbraucht mit 27 Megawattstunden pro Jahr weniger als der durchschnittliche Bundesbürger (30 Megawattstunden). Allerdings hat sich in den Bereichen Haushalte und Verkehr in den vergangenen 20 Jahren wenig an Energieeinsparung getan, die Verbräuche sind sogar leicht gestiegen. Weniger beim Verkehr, dafür mehr bei den Gebäuden sehen die BAUM-Gutachter noch Einsparpotenzial durch den Einsatz regenerativer Energien. Wie das gehen soll, darüber machten sich die Workshop-Teilnehmer erste Gedanken.

 So könnten vermehrt Wärmepumpen eingesetzt werden, die mit überregionalem Windkraftstrom betrieben werden. „Wir prüfen, ob man daraus ein Projekt machen kann“, sagte BAUM-Regionalmanagerin Sandra Giglmaier. Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen GWU setzt bei Neubauten bereits verstärkt Wärmepumpen ein. Der Eckernförder Energietechnik-Ingenieur Sören Vollert hält sie für einen Zukunftstrend. Weiter wurden Kleinstwindanlagen für das Stadtgebiet angeregt sowie eine Sanierungsberatung, um Hausbesitzer bei Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Eine weitere Idee ist die Förderung von ÖPNV (Touristenticket) und Fahrradverkehr.

 Um das geplante Konzept umzusetzen, braucht es einen Kümmerer. „Wir denken darüber nach, einen Klimaschutzmanager auf regionaler Ebene zu installieren“, sagte Umweltausschuss-Vorsitzender Edgar Meyn (Grüne). „Das wird eine politische Diskussion.“ Für die Verwaltung ist ein Klimaschutzkonzept auch für die Bauleitplanung wichtig. „Beispielsweise als rechtssichere Grundlage, um eine bestimmte Wärmeversorgung in einem Bebauungsplan zu verankern“, sagte Bauamtsleiter Roy Köppen.

 Am 18. Juni folgt die nächste öffentliche Klimaschutzkonferenz – diesmal bei den Stadtwerken im Bornbrook – um die Auftakt-Ergebnisse zu konkretisieren. In den folgenden Monaten wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der zum Jahresende vorliegen soll.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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