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Ferienzeit ist Lesezeit

Eckernförde Ferienzeit ist Lesezeit

Ferienzeit gleich flaue Zeit für die Stadtbücherei? Mitnichten. „Gerade jetzt sind wir gefragt“, sagt Leiter Hans-Jürgen Simon. Kinder kommen, um sich am Ferienleseclub zu beteiligen.

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Neu eingerichtet in der Stadtbücherei: Leiter Hans-Jürgen Simon zeigt die Ecke mit Büchern für Deutsch als Fremdsprache.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Und Urlauber nutzen die Möglichkeit, eine Ferienlektüre auszuleihen oder ins Internet zu gehen. An Büchern stehen vor allem die Platzierten der Spiegel-Bestsellerliste hoch im Kurs. „Aber auch Krimis und Thriller gehen im Sommer immer“, sagt Simon.

Während eine Frau gerade ihre ausgeliehenen Bücher um zweieinhalb Wochen verlängern lässt – „weil ich in den Urlaub fahre“ – gibt Max Oberhössel mehrere literarische Ausgaben zurück. Der Kölner Student nutzt die Ferien an der Eckernförder Bucht, um seine Hausarbeit über Franz Kafka zu vollenden. Bei mir zuhause bin ich nicht so zur Ruhe gekommen, deshalb hab’ ich mir hier ein paar Sachen ausgeliehen“, erzählt der 29-Jährige. Und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Lesen kann man auch am Strand.“

Urlauber und Kinder sorgen derzeit dafür, dass es in der Stadtbücherei weiterhin lebhaft zugeht. „Der Ferienleseclub ist gut angelaufen“, sagt Bücherei-Leiter Simon. Aktuell sind rund 70 kleine Leseratten ab elf Jahren dabei. Die Aktion soll dazu beitragen, vor allem Kinder, die nach den Ferien in die fünfte Klasse kommen, zum Lesen zu motivieren. Erwachsene richten sich nach den Erfahrungen der Bibliothekare gerne nach der Spiegel-Bestsellerliste. „Beispielsweise Dörte Hansens Altes Land läuft sehr gut“, sagt Simon. Auch Ein ganzes Leben von Robert Seethaler wird oft gewünscht.

Gut frequentiert ist ebenfalls die Onleihe für digitale Bücher. „Leider gibt es zeitweise technische Probleme beim Anbieter“, bedauert Simon. Da immer mehr Bibliotheken sich der Onleihe anschließen und damit die Zahl der Nutzer steigt, ist das elektronische System stark belastet, kam es vergangene Woche öfters zu Ausfällen. Der Trend zum E-Book hält dagegen an. Die Stadtbücherei hat jetzt mit dem Erlös aus dem Bücherflohmarkt ein Lesegerät zum Ausleihen angeschafft, das bereits einen ersten Abnehmer gefunden hat. Sollte die Nachfrage stärker steigen, erwägt Simon, noch mehr Geräte anzuschaffen. „Obwohl wir als Bücherei nicht in erster Linie für E-Book-Reader zuständig sind.“

Zum Digital-Trend passen die sogenannten Tiptoi-Kinderbücher. „Die sind der Renner bei den Vorschul-Sachbüchern“, sagt Simon. „Die Nachfrage hat uns selbst überrascht.“ Da diese Bücher erst mit einem Lesestift zum elektronischen Leben erweckt werden können, hat die Bücherei ein passendes Gerät zum Ausleihen angeschafft. Ebenfalls in der Urlaubszeit begehrt: die vier Internet-Plätze und der W-Lan-Zugang. Viele Urlauber – vor allem aus dem Ausland – nutzen das Internet, um Kontakt nach Hause zu halten.

 Für Migranten und Flüchtlinge hat die Stadtbücherei eine spezielle Ecke mit Lehrbüchern für Deutsch als Fremdsprache eingerichtet. Da gibt es beispielsweise eine deutsche Grammatik mit russischen, türkischen oder arabischen Erklärungen. Auch Deutsch-Sprachkurse auf CD können ausgeliehen werden sowie Bücher, die in einfacher Sprache gehalten sind. Ferner hält die Bücherei für Zeitschriften-Leser ein breit gefächertes Angebot aus über 60 Abos von „Mare“ bis „Landlust“ bereit. „Unser Leseraum“, so Simon, „ist in der quirligen Ferienzeit eine Oase der Ruhe“.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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