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Mit Fachkenntnis und Fantasie

Stadtgärtnerei Eckernförde Mit Fachkenntnis und Fantasie

Silberblatt und Heliotrop im Kontrast, davor strahlt die Mittagsblume. Reingemogelt hat sich Vogelmiere und macht sich breit. Kein Grund zum Ärgern für die Stadtgärtner von Eckernförde. Kurpark, Verkehrsinsel, Straßenrand – sie schaffen bunte Oasen, wo man geht und steht in der Stadt.

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Azubi Bjarne Nielsen (links) und Matthias Fock jäten im Beet neben der Schwimmhalle. Hoher Phlox bildet den leuchtenden Hintergrund.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Morgens im Kurpark. Die Sonne scheint, federweiße Wölkchen und Ostseeblau bilden den heiteren Hintergrund für die Farbexplosion am Boden. Nina Dreeßen, Matthias Fock und Azubi Bjarne Nielsen hocken im großen Inselbeet neben der Schwimmhalle und jäten geduldig Unkraut zwischen den dicht stehen Pflanzen. Alle paar Sekunden fliegt eine Handvoll Vogelmiere auf die Promenade. „Fast einen Tag brauchen die Kollegen nur für so ein Beet“, klärt Syliva Bent auf und greift ein kleines Bund ausgerupfter Wildkräuter vom Weg. „Zu Dritt sind wir Tag für Tag im Park und an der Promenade vom Ruderclub bis zum Hundestrand tätig. Diese kleinen botanischen Störenfriede machen uns extrem große Arbeit. Alle vier Wochen sind sie wieder da, als gäbe es uns gar nicht.“

 Ackerwinde, Vogelmiere, Vogelknöterich mögen die gut genährten Flächen, die 21 Mitarbeiter mit Fantasie und Fachkenntnis angelegt haben, nur zu gern. Noch mehr lieben Eckernförder und Gäste die Pracht, die in dieser Vielfalt in vergleichbaren Städten ihresgleichen sucht. „Was machen Sie gegen die Ackerwinde?“, fragt eine Spaziergängerin und bekommt bereitwillig Auskunft von der Expertin. „Wir entfernen jedes Kraut akribisch von Hand mit der Wurzel. Gift setzen wir nicht ein. Das geht nur eine Zeitlang sehr gut“, antwortet sie. „In Gehölzstreifen oder zwischen Rosen sind wir nach einigen Jahren allerdings machtlos. Dann brechen wir ein Beet um und beginnen bei Null.“

 Sisyphosarbeit? Die Gärtnermeisterin antwortet mit strahlendem Lächeln. „Etwas frisch anzulegen macht Freude“, sagt sie. „Wir haben an vielen Stellen ohnehin Saisonbepflanzung, die wir wechseln.“ So großzügig kann die Gärtnerei nur arbeiten, weil die Mitarbeiter hochmotiviert sind und Pflanzen in eigenen Gewächshäusern gezogen werden. Den Erfolg macht dann die standortgerechte Mischung aus, die Nützlinge fördert. „Und die organische Düngung mit Langzeitwirkung. Außerdem beobachten wir genau, welche Pflanze sich wo am besten hält.“ So entstand auch das Projekt geschützte Dünenvegetation auf dem Randstreifen der B 76 nah am Strand: Dünengras, Strandflieder, Ochszunge, Wegwarte und Hauhechel ersetzten 2015 schwer zu pflegende Rosen. „Die Leute waren skeptisch, als sie uns Ostseesand aufhäufen sahen“, erinnert sie sich. „Heute fragt jeder, wann der nächste Abschnitt dran ist. 2017 ist es so weit.“

 21 Mitarbeiter hat die Stadtgärtnerei Eckernförde. Für jeden Bereich sind drei bis vier Mitarbeiter zuständig. Die Abschnitte: Ruderclub bis Hundestrand mit Kurpark, Süd vom Windbyer Weg bis Domsland, Mitte mit Altstadt, Reeperbahn, Gäthjestaße, Nord mit Pferdemarkt, Vogelsang Borby, nördliche Stadtteile. Dazu kommt der 2,5 Kilometer lange Streifen an der B 76 in Richtung Kiel. In Gewächshäusern Lützowweg werden Pflanzen gezogen. Außerdem gehören Gehölzschnitt (auch am Noorwanderweg), Baumpflege, Winterdienst zu den Aufgaben. Wer das Team unterstützen will, übernimmt die Patenschaft für ein kleines Beet (Tel. 04351/712447).

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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