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Feste feiern allein reicht nicht

Konzept für Gettorf Feste feiern allein reicht nicht

Mit knapp einem Jahr arbeitet die Cima aus Lübeck an einem Stadtmarketing-Konzept für Gettorf. Am Montagabend wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Bauwesen und Umwelt ein erster Zwischenbericht vorgelegt. Die Resonanz war ernüchternd.

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Ergebnis einer Bürgerbefragung im Rahmen des Stadtmarketings: Die Gettorfer wünschen sich mehr Veranstaltungen wie zum Beispiel das Rapsblütenfest (hier eine Archivaufnahme von 2014).

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Ausschussvorsitzender Marco Koch (CDU) und Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) monierten, dass es an Nachhaltigkeit und an Greifbarem fehle. „Für den Bürger ist nicht erkennbar, wofür das Geld ausgegeben wurde“, so Baasch. Handels- und Gewerbevereinsvorsitzender Thomas Grötsch warb dagegen um Geduld und empfahl, die Erwartungshaltung herunterzuschrauben. Der Stadtmarketing-Prozess laufe noch nicht einmal ein Jahr. Die 38000 Euro, die die Cima für ihre Arbeit bekomme, sind nach Grötsch’ Überzeugung keinesfalls rausgeworfenes Geld.

„Wir nehmen jede Kritik ernst“, sagte Lisa Scheer von der Cima auf KN-Anfrage. Beim Stadtmarketing-Konzept handele es sich um einen Prozess, der Zeit brauche. „Das ist etwas, was sich aufbaut.“ Ein großer Teil der Arbeit werde im Hintergrund geleistet. Der große Erfolg des ersten Halloween-Shoppingabends habe gezeigt, dass es im Gettorfer Einzelhandel eine Aufbruchstimmung gebe.

Zur Vorgeschichte: 2013 hatte die Gemeindevertretung beschlossen, 40000 Euro für Wirtschaftsförderung zur Verfügung zu stellen, verteilt auf zwei Jahre. Fünf Prozent dieser Summe investierte der Handels- und Gewerbeverein (HGV) in eine Bürgerbefragung, den Löwenanteil bekam beziehungsweise bekommt bis Ende dieses Jahres die Cima. Was wurde bisher dafür geleistet, was ist noch geplant? Lisa Scheer hat dies in ihrem Zwischenbericht (nachzulesen auf www.hgv-gettorf.net) aufgelistet. Zu den Schwerpunkten gehört demnach der Aufbau eines Netzwerks. Grötsch: „Es gibt in Gettorf viele Leute mit vielen guten Ideen. Jetzt komme es darauf an, diese zu bündeln.“ Als weiteres Beispiel nannte der HGV-Chef den „Gettorf-Check“. Jedes Unternehmen sei dokumentiert und fotografiert worden – auch in Sachen Erscheinungsbild – und bekomme am Ende konkrete Handlungsempfehlungen. Für das laufende Jahr sei eine Händler-/Eigentümerrunde geplant, um Strategien gegen Ladenleerstände zu entwickeln.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der bisherigen Untersuchungen: Die Gettorfer wünschen sich mehr Veranstaltungen wie etwa das Rapsblütenfest. Deshalb soll es in diesem Jahr eine Neuauflage des 2015 erfolgreich gestarteten Halloween-Shoppingabends geben. „Noch größer als beim ersten Mal und unter Einbeziehung des Laternenumzugs“, wie Grötsch ankündigte. Marco Koch war dies zu wenig. Ein „mit viel Steuergeldern bezahlter Shoppingabend“ sei kein nachhaltiges Stadtmarketing-Konzept, kritisierte er den Cima-Bericht.

Thomas Grötsch zeigte sich verwundert darüber, mit welcher Intensität über die Auftragssumme in Höhe von 40000 Euro diskutiert werde. Das letzte Mal, dass in Gettorf in Wirtschaftsförderung investiert wurde, liege mehr als zehn Jahre zurück. Auch sei es den Gemeindevertretern nicht schwer gefallen, den Arm für die Erhöhung der Gewerbesteuer zu heben. „Für das Gettorfer Gewerbe bedeutet dies eine Mehrbelastung von 160000 Euro“, so Grötsch.

Der HGV-Vorsitzende bekräftigte, dass ein nachhaltiger Erfolg nur mit einem professionellen „Kümmerer“ („das muss keine Ganztagsstelle sein“) möglich sei. Grötsch: „Wenn uns das Stadtmarketing-Konzept darauf stoßen sollte, wäre schon viel erreicht.“

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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