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Erwartungen an Cima sind hoch

Gettorf Erwartungen an Cima sind hoch

Das Gettorfer Stadtmarketing startet ins zweite Jahr. Die Erwartungen an die Lübecker Beratungsgesellschaft Cima sind groß. Einzelhandel und Kunden wünschen sich einen lebendigeren Ortskern – bestenfalls ohne Leerstände. Die bisherige Strategie ruft kritische und lobende Stimmen hervor.

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Einzelhandel und Kunden nicht im Regen stehen lassen: Das Stadtmarketing soll den Gettorfer Ortskern beleben. Dafür fließt Geld aus einem kommunalen Fördertopf.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Für diesen Herbst ist im Ortszentrum wieder ein Shopping-Abend geplant. Laut Lisa Scheer steht der Termin schon fest: Freitag, 28. Oktober, von 17 bis 21 Uhr. Das Motto lautet Halloween – wie bereits bei der Premiere im vergangenen Jahr. „Der erste Shopping-Abend fand guten Anklang bei den Besuchern“, blickt die 30-Jährige zurück. Nach ihrer Einschätzung hat die Aktion mit Kürbisschnitzen, Suppe, Wurst, Waffeln, Punsch und Halloween-Deko zur Belebung des Gettorfer Ortskerns beigetragen. „Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann“, räumt die Cima-Mitarbeiterin ein, doch nach ihrem Eindruck waren die Geschäftsleute durchaus zufrieden. Knapp 30 Händler, Gastronomen, Vereine und Firmen hatten sich nach ihren Angaben am Shopping-Abend beteiligt. „In diesem Jahr müssen wir nicht mehr ganz so viel Überzeugungsarbeit leisten“, hofft die Geografin.

 Nach ihrer Vorstellung wird die Halloween-Aktion noch ausgebaut – mit mehr Beleuchtung an den Geschäften und mehr Schaufenster-Deko. Zudem schweben ihr weitere Buden mit Speisen und Getränken vor. „Die Besucher sollen die nette Atmosphäre schnuppern und an den Ständen klönen“, so Lisa Scheer. Zum Gelingen der Aktion soll zudem beitragen, dass Shopping-Abend und Gettorfer Laternenumzug diesmal auf denselben Termin fallen. „Es gibt eine Absprache“, berichtet die Mitarbeiterin der Cima, die im Auftrag des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Gettorf und Umgebung den Stadtmarketingprozess anschieben soll. Zur Finanzierung dieser Tätigkeit steht ein kommunaler Topf zur Wirtschaftsförderung bereit, der verteilt auf zwei Jahre insgesamt 40000 Euro enthält. Der Cima-Auftrag läuft noch bis Ende dieses Jahres.

 Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) sagt ohne Umschweife: „Unsere Erwartungen wurden noch nicht erfüllt.“ Nach seinem Geschmack fehlt bisher „die zündende Idee“, um den Ortskern zu beleben. Baasch fragt sich, ob ein jährlicher Shopping-Abend ausreicht, um die Leerstände zu beseitigen. Unterdessen sieht Swanje Schultz aus dem Arko-Laden nach dem ersten Shopping-Abend keine nachhaltige Wirkung für die Fußgängerzone, auch wenn der Punschverkauf einige Besucher angelockt habe. „Die Leute wollen essen und trinken, sehen und gesehen werden“, meint die Geschäftsfrau. Deshalb sollten beim zweiten Anlauf weitere Buden mit Bier und Wurst her. Kerstin Quatfasel hält die Aktion für den richtigen Weg: „Der Shopping-Abend hat Spaß gebracht, die Leute hatten Lust darauf.“ Die Blumen- und Dekohändlerin schenkte Sekt aus und bot Süßigkeiten an. „Man darf an solch einem Abend nicht den großen Umsatz erwarten“, so Quatfasel, „es ist aber Werbung.“

 Die Bürger sollen im Frühjahr zu Wort kommen. Beim Rapsblütenfest am 22. Mai baut die Cima – wie schon im vergangenen Jahr – einen Stand auf, an dem die Besucher nach ihren Ansichten gefragt werden: Was macht Gettorf aus? Wofür steht der Ort? Wie kann man Gettorf darstellen? Laut Lisa Scheer sollen die Ergebnisse in den Abschlussbericht der Beratungsgesellschaft einfließen. Das Ziel lautet: Wirtschaftsförderung, Ortsentwicklung und Belebung des Ortskerns. Dafür möchte die Cima Verbesserungsvorschläge liefern.

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