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Wilde Gesellen hatten leichtes Spiel

Piratentage eröffnet Wilde Gesellen hatten leichtes Spiel

Der Lärm der Piratentage war im ganzen Stadtgebiet nicht zu überhören. Unter lautem Gejohle sind am späten Freitagnachmittag wilde Gesellen in Eckernförde eingefallen. So viel steht fest: Bis Sonntagabend bleibt das Ostseebad fest in Piratenhand!

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Er hat sich wacker verteidigt, war am Ende aber chancenlos: Bürgermeister Jörg Sibbel ist seit Freitagabend in der Gewalt der Piraten.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Eckernförde. Diesmal hatten die Plünderer ein besonders leichtes Spiel. Der Hüter des städtischen Goldschatzes, Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke, entpuppte sich als Verräter und Überläufer. Und so konnten sich einige Piraten unbemerkt von der Stadtgarde bereits Tage vorher im Ostseebad einnisten und die Gefangennahme von Bürgermeister Jörg Sibbel in Ruhe vorbereiten. Die Fischer und Marktbeschicker, die am Strand Netze flickten und ihren Geschäften nachgingen, wurden völlig überrumpelt. Plötzlich tauchte die Hansekogge „Ubena von Bremen“ auf und nahm den Strand unter Beschuss. Doch dann passierte – nichts. Keine Piraten weit und breit. Erleichtert gingen die Fischer und Händler davon aus, dass der Spuk vorbei sei, bevor er überhaupt begonnen hat. Dann aber stürmten die Piraten von der Stadtseite aus die vermeintliche Idylle. Es spielten sich grausame Szenen ab, und am Ende flog die hölzerne Toilette der Fischer in die Luft...

 Dieser Krach, diese furchteinflößenden Typen mit ihren langen Bärten und den Säbeln, die an den Gürteln baumeln – „Papa, ich will auf den Arm!“, rief ein Urlauberjunge und hielt sich die Ohren zu. Aber keine Sorge. Käpt’n Sven Rosa Black, Käpt’n Renate und all die andern finsteren Gestalten waren nicht nur gekommen, um die Stadtkasse zu plündern. Sie hatten auch etwas mitgebracht. In ihren Schatztruhen befand sich etwas, was mit Gold nicht aufzuwiegen ist: jede Menge Spaß für kleine und große Nachwuchs-Piraten – ausreichend für ein ganzes Wochenende.

 Die Piratentage sind das älteste und zugleich größte Stadtfest Eckernfördes. Auch zur 20. Auflage erwartet Touristik-Chef Stefan Borgmann wieder weit über 100000 Besucher im Ostseebad, verteilt auf alle drei Festtage. Am Sonnabend ziehen die Piraten durch die Stadt und plündern den Markt und die Geschäfte. Nachmittags kommt es im Kornersfjord-Piratenlager am OIC um 14 und 17 Uhr erneut zu lautstarken Gefechten. Am Sonntagvormittag geht es dort deutlich friedlicher zu: Kinder können das Piratenpatent machen, und zur 15. Stunde werden verdiente Piratenanwärter getauft. Wen es aufs Meer hinauszieht, hat die Gelegenheit zu Rundfahrten mit der Hansekogge. Für den musikalischen Höhepunkt der Piratentage sorgt heute ab 21.15 Uhr auf der Hafenbühne die Neue-Deutsche-Welle-Legende Extrabreit („Hurra, hurra, die Schule brennt“, „Flieger, grüß mit die Sonne“).

 Am Sonntagabend ist der Spuk vorbei. Die wilde Piratenhorde verlässt die Stadt genauso lautstark, wie sie gekommen ist – mit einem großen Abschlussfeuerwerk am Hafen.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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