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Besserer Schutz für die Küste

Strande Besserer Schutz für die Küste

Seit Donnerstagabend können die Strander die wahrscheinlichen Folgen des Klimawandels ein wenig gelassener durchdenken und die konkrete Planung vorantreiben. Das Land sagt für den Küstenschutz im Ort 90 Prozent Förderung bei Kosten von über einer Million Euro zu.

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Strandhafer auf dem kleinen Sandwall vor der Promenade ist ein erster Schritt, der zum Schutz der Bebauung direkt hinter dem Strand dient. Eine Düne mit festem Kern wird angestrebt.

Quelle: Cornelia Müller

Strande. Es gibt spontanen Beifall für die frohe Kunde, die Bürgermeister Holger Klink (CDU) zuerst dem Bau- und Umweltausschuss überbringt. So ähnlich hatte sich die Gemeindevertretung das vor einem Jahr auch vorgestellt, als sie den Fachplan Küstenschutz einstimmig beschloss. Doch war sich auch jeder der Kommunalpolitiker darüber im Klaren, dass das im November 2014 auf 2,3 Millionen Euro bezifferte Gesamtpaket niemals umgesetzt würde ohne astronomische Finanzzusagen des Landes. Also wurde Klink auf den Weg durch die Ministerien und Behörden geschickt, um für den durch ein Ingenieurbüro ausgearbeiteten Plan zu werben. Dass die Mission so rasch erfolgreich sein würde, hatte dennoch keiner zu hoffen gewagt.

 Ganz ist das hoch angesetzte Ziel noch nicht erreicht. „Das Land wird aus dem Küstenschutztopf nur Maßnahmen in Ortslage fördern“, dämpfte Klink die Freude ein wenig. „Das ist der unmittelbare Hochwasserschutz für die Bereichen, in denen Menschen wohnen. Diese Maßnahmen haben wir in unserem Konzept auf rund eine Million Euro beziffert. Der europäische Fernwanderweg zum Leuchtturm, der teils schon unterspült ist, und die Bülker Huk sind nicht förderungsfähig.“ Warum nicht, liegt auf der Hand: Die Hinterlandzone ist unbewohnt und dient dem Natur- und Landschaftsschutz. Dass sie sich durch steigende Wasserstände der Ostsee natürlich verändert, muss in Kauf genommen werden. Auch für die ehemaligen Steinbuhnen, die Strande nach und nach instandsetzen will und die mit im Konzept verankert wurden, will das Land aus diesem Topf kein Geld geben. „Trotzdem bin ich optimistisch“, unterstreicht Klink. „Sie sind nämlich genehmigungsfähig. Wer weiß, wie schwer es ist, das Okay für eine Buhne zu bekommen, kann meine Erleichterung verstehen.“

 Die Detailplanung steht noch nicht. Die hatte man mit Blick auf die unsichere Finanzierung zunächst zurückgestellt. So viel steht aber fest: Deiche und Mauern wird Strande nicht bauen. Unter anderem soll der Strandwall, dessen Rand nach der Promenadenerneuerung bereits mit Dünengras befestigt wurde, einen hochwasserbeständigen Kern bekommen. Möglicherweise muss dieser Gürtel vervollständigt werden, was auch ein ökologischer wie optischer Gewinn wäre. Am Buhnenprojekt wird die Gemeinde ergänzend festhalten. Die Steinmolen bewirken, dass sich mehr schützender Sand als bisher anlagert. Und weil das auch die Badegäste freut und Strande seine Stellung als Tourismusgemeinde auszubauen versucht, ist Klink bald demnächst wieder auf der Suche nach weiteren Geldgebern – diesmal im Wirtschaftsministerium.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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