19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Luftballons gegen Falschparker

Strande Luftballons gegen Falschparker

Mit Freude feierte Strande seine neue barrierefrei Promenade. Doch der Verzicht auf Kantsteine ist die Stolperfalle. Wo man schlendern soll, parken Autofahrer alles dicht. Bürger wehren sich jetzt mit Schildern und Luftballons. Denn die Verwaltungen ringen sich seit Monaten nicht durch, hart durchzugreifen.

Voriger Artikel
Herrenhaus und Park sind verkauft
Nächster Artikel
Wahre Schule des Sehens

Dreistes Parken auf der Promenade: Gastwirt Bruno Schneider (links) hat auf eigene Weise eine wirksame Maßnahme ergriffen. Er hängt täglich höfliche Schilder mit Luftballons auf. Wolfgang Thomsen findet die Aktion „echt toll“. Er hat wie alle Strander kein Verständnis für diejenigen, die rechtliche Lücken ausnutzen.

Quelle: Cornelia Müller

Strande. Für 1,2 Millionen Euro öffentliches Geld ein paar Gratis-Parkplätze mit Meerblick? „Ich bin stinksauer, dass wir keine offizielle Lösung hinbekommen“, wettert Bürgermeister Holger Klink (CDU). „Dass Verwaltungen so lahm reagieren und uns mit Hinweisen auf mögliche rechtliche Lücken zappeln lassen, hätte ich mir nicht träumen lassen.“ Die Bürger hat er auf seiner Seite, auch alle Gemeindevertreter. Beim Stichwort „Parken im Shared Space“ geht fast allen der Hut hoch. Auf Knöllchen und Abschleppdienst wurde seitens der Ordnungsbehörde nämlich verzichtet

 Die Stranderin Regina Augustin hat viele Fotos, wie auf der Promenade Fahrzeuge bis an die Bänke heran manövriert werden. Sie wandte sich an Bürgermeister und Amt. Es sei doch gut sichtbar das Verkehrsschild „Shared Space“ aufgestellt, ergänzt durch absolutes Halteverbot auch auf dem Seitenstreifen. „Aggressive Antworten oder Ignoranz sind aber an der Tagesordnung, wenn ich die Leute freundlich anspreche“, berichtet sie. Die Erfahrung macht auch Wolfgang Thomsen. „Man schafft nicht ein teures Pflaster, damit Faule es zuparken“, ärgert er sich.

 Das Amt Dänischenhagen reagierte auf Schreiben so: „Seit Ende Juni 2015 wird in Abstimmung mit der Gemeinde eine nachhaltige Beschilderung durch die Verkehrsaufsicht des Kreises und dem Amt Dänischenhagen geprüft. Leider wurden mehrere erwogene Beschilderungen als rechtlich nicht möglich eingestuft, so dass sich dieser Prozess über einen längeren Zeitraum hinaus erstreckte.“ Nun erwarte man in Kürze eine abschließende Regelung.

 „Die Lage ist verzwickt“, sagt Rebecca Krause vom Haupt- und Ordnungsamt. „Der Shared Space, in dem Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen, ist im Recht nicht verankert. So ist der Bereich nur Fahrbahn mit Seitenstreifen, da es keinen Kantstein gibt. Der Seitenstreifen darf normalerweise beparkt werden. Da hier aber ein Verbot herrscht, können wir einschreiten – aber nur auf 2,50 Meter Breite. So müsste man den Rest zum Sonderweg erklären, damit man alle Parkenden erfasst. Eine verkehrsberuhigte Zone ohne Parkplätze ist laut Landesbehörde nicht denkbar, da hier der Linienbus fährt.

 Kommende Woche ist Ortstermin der Behörden mit dem Bürgermeister. „Ich habe große Hoffnung, dass wir dann die Kuh vom Eis kriegen“, sagt er. Und den Bürgern, die mit Fantasie Falschparker fernhalten, dankt er ausdrücklich. „Das ist einfach klasse!“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3