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Strander Park-Streit beendet

Promenade Strander Park-Streit beendet

Erst wurde gefeiert, dann gab es Ärger auf Strandes Flaniermeile. Doch jetzt ist dem Missbrauch des sogenannten Shared Space endlich der Riegel vorgeschoben. Die erweiterte Promenade mit Fahrbahn ohne Kantstein wird offiziell verkehrsberuhigter Geschäftsbereich.

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Aus dem Shared Space wird ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich. Damit hat Strande die Parkproblematik an der Promenade rechtlich gelöst.

Quelle: Cornelia Müller

Strande. Hier ist das Parken für jedermann tabu, legt die Straßenverkehrsordnung (StVO) fest. Und es gilt Höchsttempo 20.

 „Ich bin sehr glücklich, dass wir nach der monatelangen Aufregung doch noch eine so gute Lösung gefunden haben“, ist Bürgermeister Holger Klink (CDU) erleichtert. Mit ihm sind all die Strander, die sich über die scheinbar nicht zu kippende Parkerei auf dem edlen Granitpflaster zwischen Sitzbänken maßlos aufgeregt haben. Kommunalpolitiker, Kreis, Amt, Polizei Kiel und sogar Stadt Kiel hatten zuletzt gemeinsam an einer rechtssicheren Lösung des unvorhergesehenen Problems gefeilt.

 1,2 Millionen Euro hatte die Neugestaltung der Strander Spaziermeile am Wasser verschlungen, wenn auch mit erheblichen Zuschüssen. Das schien sie nach Überzeugung der meisten auch wert – bis sich erste Ölflecken auf den rosa schimmernden Steinplatten als sicheres Zeichen für die wilde Parkerei vor dem Strand abzeichneten. Von Amt und Polizei mussten sich erboste Kommunalpolitiker belehren lassen, dass der europaweite Begriff Shared Space für einen rücksichtsvoll von allen Verkehrsteilnehmern genutzten Raum mit freiwilligem Schritttempo leider durch die Maschen der StVO fällt.

 Folge: Zwar konnte ein Parkverbot für die angedeutete Fahrbahn aus Asphalt und den Seitenstreifen aus Granit verhängt werden. Doch ragt ein Seitenstreifen laut Gesetz nur 2,50 Meter weit von der angenommenen Fahrzone in den übrigen Raum. Und der ist laut StVO aufgrund des fehlenden Kantsteins, auf den man auch zugunsten der Barrierefreiheit verzichtet hatte, kein eigentlicher Gehweg – selbst wenn hier Hunderte Spaziergänger bummeln, wie es eine Promenade im Urlaubsort vorsieht. Deshalb bekamen Motorrad- und Autofahrer, die ihre Fahrzeuge nassforsch in erster Reihe am Meer abstellten, bei Kontrollgängen von Polizei und Ordnungsamtsmitarbeitern auch keine Knöllchen. Wenige Meter weiter wurde dagegen rigoros wegen Überziehung der Parkzeit auf legalem Parkplatz aufgeschrieben. Als Krönung empfanden die Empörten es, dass das Aufhängen höflicher Schilder durch verärgerte Anlieger und ihre Bitte um Rücksichtnahme von Amts wegen als potentiell verkehrsgefährdend und deshalb rechtswidrig eingestuft wurden.

 „Endlich kehrt Frieden ein“, resümiert Klink nun. Seine Annahme ist berechtigt. Ganz in der Nähe, in Altenholz-Klausdorf, hat sich der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich bestens bewährt.

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