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Fit am Strand

Eckernförde Fit am Strand

Turnvater Jahn war vorgestern. Heute ist Street Workout. In Eckernförde macht mitreißender Sport auf der Straße und am Strand den Aufschwung. Die Balteckbars sind mit die Ersten, die den Trend aus New York im Norden auf Trab bringen.

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Strand und Street Workout: Dreifach-Liegestütze übereinander sind cool, aber eine Mega-Herausforderung. Magnus, Freya (Mitte) und Rosa haben daran viel geübt - und richtig Spaß.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Eckernförder Strand, vor der DRLG-Wache, Donnerstagabend. Spontan ist das Training eine Stunde vorverlegt und findet im Sand statt. Prompt sind 20 junge Erwachsene zwischen 16 und 20 Jahren zur Stelle, obwohl es danach mit bis zu 60 Aktiven in der Sporthalle der Waldorfschule weitergeht. Fast alle sind Schüler der Waldorf-, der Jungmann- und der Peter-Ustinov-Schule.

Zwei parallel aufgebaute Querstangen werden zum Barren. Magnus und Konrad schwingen sich warm. „Jeder zehn Dips“, macht Konrad die Ansage. Auf die Arme stemmen, runter, hoch, schön im Gleichtakt. „Normalerweise haben wir Musik dazu“, klärt Jan-Ole auf. Schon sind die nächsten zwei an den Bars, den Stangen: doppelter Frontlever. Einer hält sich waagerecht mit Arm- und Bauchmuskelkraft zwischen den Stangen und zieht im Wechsel die Beine an. Der Zweite hängt sich an seine Schultern und übt parallel unter ihm. Das ist hammerhart. „Aber es macht Laune. Wir haben keinen Leistungsdruck“, sagt Harka. Gegenüber trainieren die Mädchen Frogstand im Sand, die Vorübung für den freien Handstand. Hart ist auch ihre nächste Runde: Push-ups, dabei diagonal von einer Seite zur anderen absenken. Wer noch nicht so weit ist, übt auf Knien. Motto: Alles locker sehen, jeder wie er will und kann. Dass die Männer und Frauen heute verschiedene Übungen ausprobieren, ist Zufall.

Wie bringt man so viele Jugendliche dazu, freiwillig zweimal pro Woche Stunden zu trainieren und dabei den größten Spaß der Welt zu haben? Sogar ehemalige Sportabstinenzler sind dabei. Die Jahresarbeit im elften Jahrgang von Waldorfschüler Jan-Ole Hoffmann war’s. Der inzwischen 18-Jährige ist ausgemachter Sportfan und „davon fasziniert, wie der menschliche Körper funktioniert“. Als er Street-Workout-Videos sah, stand das Thema fest. „Mein Ziel war gleich, dieses Workout, bei dem die Straße dein Gratis-Studio wird, in Eckernförde zu etablieren“, sagt er.

Darüber geht es längst hinaus. An zwei Nachmittagen faszinierten die Balteckbars potentielle Mitstreiter auf der Kieler Woche. Ihre Sponsoren Hagebau Siemsen, Metallbau Staack und TWL Technology, die ihnen zur Begeisterung der Eckernförder Touristik massive Turnstangen an den Strand gestellt haben, ließen die energiegeladene Truppe auch hier nicht im Stich. Sie karrten mobile Stangen an die Junge Bühne. Doch wozu Reck und Barren, wenn Street Workout mit dem eigenen Körper als geniales Trainingsgerät wirbt? Jan-Ole: „Auch an den Bars zählt nur Körperkraft. Wir könnten genauso Geländer und Fahrradbügel nutzen...“

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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