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Surfer setzen auf Selbstkontrolle

Noer Surfer setzen auf Selbstkontrolle

Wohl noch nie wurde eine Abstimmung im Noerer Umwelt- und Fremdenverkehrsausschuss mit so viel Beifall bedacht wie am Donnerstag. Anlass für den Applaus war der einstimmige Beschluss des Gremiums, das geplante Surfverbot am Lindhöfter Strand vom 1. Juni bis zum 31. August zunächst nicht zu beschließen sondern auf das Frühjahr 2016 zu verschieben.

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Ausschussvorsitzender Stefan Polte (vorne) und Bürgermeisterin Sabine Mues (stehend) begrüßten gut 70 Surfer zur Aussprache über die Wassersportsituation in Lindhöft.

Quelle: Rainer Krüger

Noer. Die CDU-Fraktion hatte den Antrag gestellt. Für die Christdemokraten erläuterte Gemeindevertreter Ludwig Strock die Gründe. „Wir hatten die Strandsatzung geändert, damit es grundsätzlich keine Probleme gibt. Die Situation ist im Sommer aber eskaliert“. Damit meinte er Tage mit Wind und Sonnenwetter, an denen sich Badende wegen Aktivitäten von Surfern nicht mehr gefahrlos in ihrer Zone aufhalten konnten. Untermauert wurde die Einschätzung durch den Bericht des Strandrangers, den Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU) vorlas. Der Ranger kontrolliert im Sommer das Einhalten der Strandsatzung. Auch der Bericht empfahl ein Wassersportverbot.

Die 70anwesenden Kite- und Windsurfer von Felnsburg bis Kiel zeigten sich betroffen. Mehrere von ihnen machten deutlich, dass sie der Verlust von drei Monaten Surfzeit an dem beliebten Spot treffen würde. Die Noerer Kiter Thomas Gäthje und Benjamin Schmidt hatten über soziale Netzwerke im Internet für die starke Präsenz der Szene gesorgt. Gäthje gestand ein, dass es im Sommer Parksituationen gab, in denen Rettungswagen nicht mehr an den Strand kommen konnten. Mehrfach forderten Surfer, dass sich die Polizei um „schwarze Schafe“ in Lindhöft kümmern sollte. Ausschussvorsitzender Stefan Polte (WIN) sah dafür nur geringe Aussicht, da die Polizei erfahrungsgemäß viel zu tun habe und woanders beschäftigt sei. So forderten die Surfer einander zu effektiver Selbstkontrolle auf. Ergebnis der Aussprache: Das bürgerliche Ausschussmitglied Michael Kasten (CDU) plädierte dafür, den Antrag aufs Frühjahr zu verschieben. „Ich kann damit gut leben“, sagte Polte, denn nun hätten alle Gruppen Zeit, ihre Positionen zu durchdenken. Er bedankte sich für die „klare und faire Diskussion“.

Nach der Abstimmung tauschten sich die Surfer vor dem Noerer Feuerwehrhaus weiter aus. Fabian Sösemann aus Flensburg empfahl, einen Verein zu gründen. Das habe sich bei ihm in der Region bewährt, so der Vorsitzende von Fördekiter. Für Gäthje kommt es darauf an, dass sich die Szene jetzt noch stärker vernetzt, damit jeder über die Situation am Lindhöfter Strand Bescheid weiß.

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