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Windräder auf Abstand halten

Holtsee Windräder auf Abstand halten

Durch das Anti-Wildwuchsgesetz zur Windenergie gibt es einen zweijährigen Genehmigungsstopp für neue Anlagen in Schleswig-Holstein. In der Diskussion über die Kriterien für Sondergenehmigungen meldet sich auch Susanne Kirchhof aus Holtsee zu Wort.

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Susanne Kirchhof, Vorsitzende des Vereins Gegenwind Schleswig-Holstein, fordert, dass auf jeden Fall der zehnfache Abstand der Anlagenhöhe zwischen einem Rad und jeglicher Wohnbebauung sein muss.

Quelle: Rainer Krüger

Holtsee. Die 41-jährige Agrarwissenschaftlerin ist seit diesem Frühjahr Vorsitzende des Vereins „Für Mensch und Natur – Gegenwind Schleswig-Holstein“.

 Im 2009 gegründeten Verein sind gut 70 Initiativen und Einzelpersonen organisiert, die sich kritisch mit den Folgen des Windenenergieausbaus auseinandersetzen. „Windkraftanlagen emittieren in gesundheitsgefährdender Weise tieffrequenten Schall und Infraschall“, lautet die Auffassung des Vereins. Das Problem dabei: Bislang werden die Auswirkungen solcher Frequenzen auf die Umgebung im Rahmen der Genehmigungsverfahren nicht untersucht. Dies liegt laut Kirchhof auch daran, dass nicht mit der geeigneten Technik gemessen wird. Außerdem vertreten Experten unterschiedliche Meinungen zu den Auswirkungen von Infraschall. „Ein Moratorium im Windkraftausbau bis zum Nachweis der gesundheitlichen Unbedenklichkeit ist aus unserer Sicht unumgänglich“, erklärt Kirchhof. „Um Schaden von den Menschen abzuwenden, ist unsere Minimalforderung ein Sicherheitsprüfabstand von dem Zehnfachen der Anlagengesamthöhe von jeglicher Wohnbebauung“, zitiert sie aus der Stellungnahme des Vereins zum Gesetz. Bislang sind 400 und 800 Meter gängige Abstände. Inzwischen haben Windräder in Schleswig-Holstein eine 200-Meter-Höhe erreicht. Die erste Anlage dieser Höhe dreht sich in Holtsee.

 Ein Windparkbau in der Nachbarschaft hat die vierfache Mutter erst richtig für das Thema sensibilisiert. Zehn Räder mit 150 und 180 Metern Höhe des Parks Holtsee-Altenhof kann sie nicht nur hören, sondern auch spüren. „Häuser können wie Klangkörper wirken. Bei uns vibrieren Zimmer im Obergeschoss. Bei mir erzeugt das Leidensdruck.“ Weil sie ihre Erfahrungen weitergeben wollte, trat sie dem Verein bei. Sie hofft, die Diskussion beeinflusst zu haben. Ein Indiz: Die Stellungnahme des Vereins wurde erst kürzlich als Unterlage für die Arbeit des Wirtschaftsausschusses des Landtages angefordert.

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Foto: Um den Windkraft-Ausbau voranzutreiben und dabei Wildwuchs zu verhindern, entschied der Landtag im Mai, neue Anlagen vorläufig grundsätzlich zu untersagen, zugleich aber Ausnahmen zu erlauben.

Schleswig-Holstein plant den Ausbau der Windenergie neu. Das Kabinett beschloss dazu am Dienstag einen Erlass. Auf dessen Grundlage sollen neue Regionalpläne festlegen, wo neue Windräder möglich sind. Die Regierung reagiert damit auf Urteile, mit dem das Oberverwaltungsgericht Schleswig im Januar Regionalpläne gekippt hatte.

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