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Verteidigungslinie gegen den Maulwurf

TSV Altenholz Verteidigungslinie gegen den Maulwurf

Unter dem Sportplatz fühlen sich Maulwürfe seit Jahren pudelwohl. Erdhügel auf dem Rasen waren dafür der sichtliche Beweis. Besonders die Fußballer des TSV Altenholz wurmten die Grabungen des Säugetieres. Am Sonnabend bauten die Kicker deshalb in den Platz eine unterirdische Maulwurfsperre ein.

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Wollen Maulwürfe künftig vom Sportplatz in Altenholz-Stift fernhalten: Lars Rosenstein (von links), Mirko Matschall, Bjarne Hamann, Axel Wiedemann und Stephan Hamann setzen deshalb Noppenfolie in den frisch ausgebuddelten Graben ein.

Quelle: Jan Torben Budde

Altenholz. Mit Spaten, Bagger und Harken sagten knapp 20 Helfer vom TSV den Maulwurfshügeln auf dem Sportplatz den Kampf an. „Wir haben das Problem ja schon seit drei Jahren“, berichtete Fußballobmann Lars Rosenstein, „jetzt wurde es immer schlimmer.“ Die inzwischen beseitigten Maulwurfshügel bezeichnete der Abteilungsleiter zwar als ärgerlich, noch schlimmer seien aber die unterirdischen Gänge. „Deswegen gab es schon Verletzungen“, blickte der 33-Jährige zurück. So erschien der Rasen auf den ersten Blick durchaus bespielbar, doch durch die unvermuteten Grabungen sackten die Sportler plötzlich beim Kicken ein. Während die Punktspiele gleich auf den Kunstrasenplatz im Ortsteil Klausdorf verlegt worden waren, trainierten die Fußballer zunächst noch auf einer kleinen Ecke des Sportplatzes an der Danziger Straße. Doch vor zwei Monaten wurde der Rasen in Stift gesperrt, um den Maulwurf zunächst mit Hilfe eines speziellen Mittels zu vergrämen. „Es ist eine große Einschränkung für uns Fußballer“, sagte Rosenstein mit Verweis auf 17 Mannschaften, die sich um den Kunstrasenplatz in Klausdorf reißen.

 Ursprünglich sollte die Maulwurfsperre bereits vor einem Jahr in den Sportplatz eingebracht werden. Dann stellte sich jedoch heraus, dass zuvor der Kampfmittelräumdienst mit ins Boot müsse. Gesagt, getan. Am Sonnabend begleitete Benjamin Baumgart von einer Spezialfirma für Kampfmittelbergung, Vertragspartner des Kampfmittelräumdienstes, die Baggerarbeiten auf dem Altenholzer Sportplatz, weil es sich um eine Munitionsverdachtsfläche handelt – wegen der Flakstellungen im Zweiten Weltkrieg. Von Handwaffenmunition bis zur Bombe könne auf dem Platz beinahe alles liegen, so Baumgart. „Bisher haben wir aber nur Bauschutt gefunden“, sagte er.

 Unter seinen Augen buddelte Marc Rehbehn von einer Gartenservicefirma mit einem Bagger am Spielfeld einmal rund um den Sportplatz einen Graben. „Er muss 60 Zentimeter tief sein“, erklärte Jörg Görns, stellvertretender Fußballobmann und Architekt. Tiefer grabe der Maulwurf angeblich nicht. Dort setzten die Helfer dann besagte Sperre ein, wobei es sich um eine Spitznoppenfolie handelt. „Sie sorgt dafür, dass sich kein Maulwurf durchnagen kann“, so Görns.

 Während der TSV die Arbeit verrichte, übernehme die Gemeinde die Materialkosten, sagte Rosenstein. Ab wann der kommunale Sportplatz in Stift wieder bespielbar sei, darüber konnte er nur spekulieren. Da seines Wissens noch eine Generalüberholung des Rasens vorgesehen sei, rolle der Ball dort nach seiner Einschätzung erst ab Frühjahr 2017 – dann aber gern ohne ungebetenen Besuch vom Maulwurf.

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