12 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Landwirt - nicht nur Traumberuf

Talk vor Ort in Schwedeneck Landwirt - nicht nur Traumberuf

Nis-Hinrich Wittern ist Landwirt, genauer gesagt staatlich geprüfter Agrar-Betriebswirt. Er liebt seinen Beruf. Beim Talk vor Ort der CDU Schwedeneck auf Witterns Hof in Stohl kamen jedoch nicht nur die schönen Seiten zur Sprache. Wittern beklagt psychischen Druck.

Voriger Artikel
Zwist um Windpläne
Nächster Artikel
Mit Verzögerung: Radweg wird saniert

Schwein gehabt: Landwirt Nis-Hinrich Wittern und die Schwedenecker CDU-Ortsvorsitzende Gundula Staack.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Schwedeneck. Der 37 Jahre alte Landwirt beklagte den hohen psychischen Druck, dem er und seine konventionell wirtschaftenden Berufskollegen ausgesetzt seien. Nicht nur immer neue Verordnungen von Seiten der Politik, auch Vorurteile sowie Unterstellungen und falsche Behauptungen von Leuten, die von Landwirtschaft keine Ahnung hätten, seien ein großes Problem.

 Es kränkt Wittern, wenn Landwirten, die nicht auf den Bio-Zug aufgesprungen sind, pauschal unterstellt wird, die Böden zu vergiften und sich nicht um das Wohl der Tiere zu scheren. „Ich lebe von meinen Tieren, und deshalb kann ich gar kein Interesse daran haben, dass es ihnen schlecht geht“, sagte Wittern. Und Gift in Lebensmitteln? „Die Verbraucher sollten einmal kritisch hinterfragen, welche Zusatzstoffe von der Lebensmittelindustrie zugesetzt werden – gerade auch bei veganen Produkten“, so Talk-vor-Ort-Teilnehmer Tobias Brauns, selbst Landwirt. Er und Wittern waren sich mit der CDU-Ortsvorsitzenden Gundula Staack einig, dass beide Formen – sowohl die konventionelle als auch die Bio-Landwirtschaft – ihre Daseinsberechtigung hätten. „Aber ich kann es nicht mehr hören, dass die Bio-Bauern die Guten und wir die Bösen sind“, sagte Wittern, der den Betrieb in Stohl in vierter Generation führt. Insgesamt, so hat Gundula Staack nachgerechnet, gibt es in Schwedeneck noch rund 20 Voll- und Nebenerwerbsbetriebe. Der der Familie Wittern ist auf Sauenhaltung und Ackerbau spezialisiert. Wie das funktioniert, was ein Landwirt heute alles bedenken muss und wie die 420 Sauen und deren Nachwuchs in den Ställen leben, erläuterte und zeigte Wittern auf einer Hofführung. Dabei erfuhren die Teilnehmer nicht nur etwas über gesetzliche Vorschriften, über Hygienemanagement oder Marktpreise; sie nahmen auch staunend zur Kenntnis, dass Schweine durchaus ein Wohngefühl haben und dass es in der Kinderstube von Ferkeln sogar Spielzeug gibt.

 Der Arbeitstag von Nis-Hinrich Wittern beginnt um 6 Uhr und endet selten vor 18 Uhr, von sechs Wochen Urlaub kann er nur träumen. Aber das stört ihn nicht. „Ich muss gar nicht weg, es ist doch wunderschön hier.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3