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Tannen fürs Weihnachtsfest

Gut Augustenhof Tannen fürs Weihnachtsfest

Was haben ein sattgrüner, formschöner Weihnachtsbaum und ein edler Rotwein gemeinsam? Beiden muss man für ihre Reife Zeit geben. Und beide brauchen neben guten Standortbedingungen eine liebevolle Pflege. Wolf-Oliver und Rixa von Baudissin vom Gut Augustenhof beherzigen das seit 30 Jahren.

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Beschäftigen sich seit 30 Jahren mit der Aufzucht von Weihnachtsbäumen: Wolf-Oliver und Rixa von Baudissin.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Osdorf. Der Verkauf von Weihnachtsbäumen und Tannengrün ist mittlerweile neben dem Ackerbau, der Schweinemast und der Produktion von Schweinefutter aus Altbrot eine der Haupteinnahmequellen des zwischen Gettorf und Osdorf gelegenen Gutes. 60 Hektar und damit rund ein Fünftel der landwirtschaftlichen Fläche sind für die Produktion von Nordmanntannen reserviert. Benannt sind diese Bäume, die ihre Heimat im Kaukasus haben, nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann (1803-1866).

 In Deutschland ist die Abies nordmannia der beliebteste Weihnachtsbaum. Warum? „Eine Nordmanntanne behält ihre Nadeln viel länger als Blau- und Rotfichten“, erklärt Wolf-Oliver von Baudissin.

 Etwa 15000 Bäume vermarktet das Gut Augustenhof pro Saison. Die geschlagenen Tannen werden durch drei bis vier Jahre alte Setzlinge, die von einer Pinneberger Baumschule bezogen werden, ersetzt. Bis aus einem solchen Setzling ein zwei Meter großer Weihnachtsbaum wird, vergehen acht Jahre. „Wir setzen nicht auf schnelles Wachstum, sondern auf Spitzenqualität“, erklärt Graf Baudissin. Damit wolle sich das Gut Augustenhof von Baumarktware abheben. „Die meisten Leute haben keine Vorstellung, wie viel Arbeit damit verbunden ist, einen schönen Weihnachtsbaum zu produzierte“, so Rixa von Baudissin. Dieses Naturprodukt brauche viel Hege und Pflege. Dazu gehöre zum Beispiel eine biologische Schädlingsbekämpfung mit Netzschwefel. Auch müsse regelmäßig Unkraut entfernt werden, damit die Bäume nicht in ihrem Wachstum gehemmt werden.

 Damit Rehe und Hasen nicht die empfindlichen Knospen verbeißen, sind die Kulturen eingezäunt. Nicht schützen kann sich das Ehepaar von Baudissin dagegen vor Wetterkapriolen. Besonders schlimm seien extreme Fröste, vor allem während der Austriebsphase. Grundsätzlich jedoch biete das milde Klima in Ostseenähe ideale Standortbedingungen.

 Weiche, sattgrüne, nicht piksende Nadeln und Äste von hoher Festigkeit – das bringt eine Nordmanntanne von Natur aus mit. Aber damit sie ein schön gleichmäßig gewachsenes, dichtes Kleid in der gewünschten Kegelform bekommt, muss mit viel Handarbeit nachgeholfen werden. Trotzdem könne auch in diesem Jahr der Abgabepreis von 18 Euro pro Meter gehalten werden, versichern die Gutsbetreiber.

 Nachdem der Verkauf an den Großhandel angelaufen ist, können sich ab sofort auch private Abnehmer ihren Traumbaum aussuchen – täglich ab 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Für viele Familien gehört es zur vorweihnachtlichen Tradition, den Baum selbst zu schlagen und dies mit einem Besuch des Augustenhof-Weihnachtsmarktes (zweites, drittes und viertes Adventswochenende, jeweils 10 bis 17 Uhr) zu verbinden. Dann geht es mit einem Planwagen hinaus in die Plantagen und mit einem frisch abgesägten Baum wieder zurück. Zum Aufwärmen gibt es Punsch, Kakao und Bratwurst. Wolf-Oliver von Baudissin bekommt leuchtende Augen: „Das muss so richtig nach Weihnachten riechen und schmecken.“

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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