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Tempo 30 wird oft ignoriert

Felm Tempo 30 wird oft ignoriert

Zu schnelle Autos, Traktoren oder Fahrzeuge mit Pferdeanhänger sorgen bei Anwohnern im Holliner Weg in Felmerholz für Unmut. „Auf der Straße und dem Gehweg ist es teilweise lebensgefährlich“, monierte Regina Pilz am Donnerstagabend in der Einwohnerversammlung in der Bürgerbegegnungsstätte Alte Schule.

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Fordern wegen der Raser die Einrichtung einer Spielstraße im Holliner Weg in Felmerholz: Anwohnerin und Mutter Michaela Woland (hinten Mitte) und ihre Kinder Jonna (7, von links), Anniken (2) und Niilo (4) sowie Nachbarin Regina Pilz.

Quelle: Jan Torben Budde

Felm. Das Tempo-30-Schild ignorierten viele Verkehrsteilnehmer einfach. „Man ist ständig in Habachtstellung, wenn die Kinder auf der Straße spielen“, erzählte Michaela Woland. Ihr Vorschlag, im Holliner Weg eine verkehrsberuhigte Zone durch eine Spielstraße einzurichten, stieß in der Versammlung mit gut 20 Bürgern auf Zustimmung. Darüber soll nun die Gemeindevertretung beraten.

 Wegen der Temposünder hatten Anwohner bereits im vergangenen Jahr eine Unterschriftenliste vorgelegt. Was daraus geworden sei, erkundigte sich Pilz am Donnerstagabend bei Bürgermeister Friedrich Suhr (CDU). Nach seinen Worten gab es eine Begehung mit der Verkehrsaufsicht des Kreises. Eine Verkehrsberuhigung wurde jedoch abgeschmettert. Suhr: „Wir greifen das Thema wieder auf.“

 Ein weiterer Arbeitsauftrag aus der Versammlung betrifft die Sanierung des Radwegs entlang der Kreisstraße zwischen Felm und Osdorf: Die Gemeinde soll beim Kreis darauf drängen, dass die Holperstrecke die höchste Priorität bekommt. Angesichts eines Sonderprogramms zur Erneuerung von Straßen und Radwegen brachte Hermann-Josef Thoben diese Forderung ein. Unterdessen erhielt die Eingabe, den Parkplatz vor der Bürgerbegegnungsstätte Alte Schule nach dem gestorbenen Altbürgermeister Walter Selle zu benennen, keine Mehrheit in der Versammlung.

 Gerade weil jetzt die dunkle Jahreszeit anbricht, lauschten die Besucher mit großem Interesse einem Vortrag von Werner Helms-Rick über den Schutz vor Einbrechern. Denn wie der Bürgermeister berichtete, waren auch in Felm im zurückliegenden Jahr Kriminelle unterwegs. Helms-Rick ist Sicherheitsberater, der im Auftrag des Landespolizeiamts ehrenamtlich Aufklärungsarbeit leistet. Nach seinen Angaben gibt es landesweit rund 8500 Fälle, wovon 41 Prozent Einbruchsversuche sind. „Der materielle Schaden liegt im Schnitt bei 4000 Euro“, so der Gettorfer, „aber die individuelle Folgewirkung ist meist viel größer.“ Oft ist eine psychologische Behandlung notwendig, mitunter verkaufen Opfer sogar ihr Haus. „Es gibt keinen garantierten Schutz gegen Einbrecher, aber man kann im Vorfeld viel dagegen tun“, so Helms-Rick.

 Er warnte vor gekippten Fenstern, selbst bei kurzer Abwesenheit, weil Einbrecher diese mit einem Schraubendreher in 20 Sekunden aufhebelten. Der polizeilich geschulte Referent riet zudem zu einer mechanischen Sicherung – für Fenster und Türen. Haustürschlüssel sollten niemals draußen hinterlegt werden. „Einbrecher kennen alle Verstecke“, so der Sicherheitsberater.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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