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Einsatz gegen Schleuserbanden

Tender „Main“ Einsatz gegen Schleuserbanden

Manche Träne floss, als am Montagvormittag der Tender „Main“ im Eckernförder Marinestützpunkt verabschiedet wurde. Das Schiff mit über 100 Besatzungsmitgliedern an Bord nimmt Kurs auf das Mittelmeer. Sein Auftrag: Bekämpfung von Schleuserkriminalität und Rettung von Flüchtlingen aus Seenot.

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Die Tender „Main“ wird im Marinestützpunkt Eckernförde für eine fünfmonatige Fahrt ins Mittelmeer verabschiedet.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Mit „gemischten Gefühlen“ steht Sonja Benecke auf der Mole. Seit sechs Uhr morgens hält sie sich im Stützpunkt auf, hat das Schiff besichtigt und wartet nun – etwas durchgefroren – auf das Kommando „Leinen los“. An Bord ist ihr Sohn Dirk. „Er ist zwar schon 25, für mich aber immer noch das Kind“, sagt die Gettorferin. Auch seine Freundin sei extra aus Marburg angereist. Der Abschied fällt schwer. Für den Jahreswechsel hat Benecke ihrem Sohn noch ein Weihnachtsgeschenk eingepackt.

 Fünf Monate wird der Tender unterwegs sein. Nach zehn Tagen Transit Richtung Süden trifft die „Main“ im italienischen Augusta ihr Schwesterschiff „Werra“, dessen Auftrag sie übernimmt. Bei der Auslaufmusterung skizziert der Chef des 1. U-Boot-Geschwaders, Fregattenkapitän Lars Johst, das Einsatzziel: Im Seegebiet zwischen Italien und den libyschen Hoheitsgewässern soll der Tender einen Beitrag dazu leisten, kriminelle Schleusernetzwerke zu bekämpfen sowie im Rahmen der Embargo-Überwachung internationalen Waffenhandel zu unterbinden. Nicht zuletzt sollen in Seenot geratene Flüchtlingen geborgen werden.

 Dabei operiert die „Main“ nicht allein, sondern in einem internationalen Verband aus deutschen, italienischen, französischen und britischen Marineeinheiten. Der originäre Auftrag des Tenders, nämlich als Versorger für Boote zu dienen, ist nach Angaben des Kommandanten, Kapitänleutnant Christian Meyer, in den vergangenen Jahren in den Hintergrund getreten. Seit 2015 beteiligt sich Deutschland an der EU-Mission „Sophia“ zur Aufklärung von Schleuserkriminalität im Mittelmeer. Dafür ist der Tender entsprechend ausgerüstet, ebenso wie für das Bergen von Flüchtlingen aus Seenot.

 Zu den 105 Frauen und Männern der Besatzung gehören auch Ärzte, Militärpolizei, Dolmetscher, Nachrichtenkräfte, Berater und Sicherungssoldaten. An Bord befindet sich zudem Ausrüstung wie schnelle Festrumpf-Schlauchboote sowie Materialien für Sicherungssoldaten und Seerettungsaktionen. Die „Main“ ist in der Lage, auch größere Gruppen von in Not geratenen Personen zu bergen und in einen sicheren Hafen zu bringen. Zudem darf der Tender in Abstimmung mit der italienischen Operationsführung verdächtige Boote stoppen und kontrollieren.

 Geschwader-Kommandeur Johst dankte den zur Verabschiedung erschienen Familien und Partnern für ihre Unterstützung. Im März wird das Schiff in seinem Heimathafen Eckernförde zurückerwartet.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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