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Hurra, wir fahr’n nach Dresden!

Gettorfer Isarnwohld-Schüler Hurra, wir fahr’n nach Dresden!

Toller Erfolg für die Theater-AG der Isarnwohld-Schule Gettorf. Zum zweiten Mal nach 2012 wird das Schülerensemble aus dem Dänischen Wohld Schleswig-Holstein beim Bundesfinale „Schultheater der Länder“ vertreten.

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Darauf können die Jugendlichen der Theater-AG der Isarnwohld-Schule und ihre Leiterinnen Franziska Hundt (re.) und Bianca Thode (2.v.li.) stolz sein: Im September vertreten sie beim Bundesfinale des Schultheaters der Länder in Dresden Schleswig-Holstein mit dem Stück „Die Weber – Eine Collage“ nach Gerhart Hauptmann.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Vor drei Jahren fand das Finale in Berlin statt, diesmal geht es vom 20. bis 26. September nach Dresden. „Wir suchen uns immer coole Städte aus“, sagt Bianca Thode augenzwinkernd. Die Lehrerin leitet die Theater-AG gemeinsam mit ihrer Kollegin Franziska Hundt.

 Die Gettorfer überzeugten die Landesjury vom Fachverband Darstellendes Spiel mit szenischen Collagen, die an das 1893 in Berlin uraufgeführte Drama „Die Weber“ angelehnt sind. Gerhart Hauptmann beschreibt in diesem Stück die unmenschlichen Lebensbedingungen von schlesischen Webern, die im Zuge der Industrialisierung ausgebeutet werden. Als die Zustände unerträglich werden, gehen sie gewaltsam gegen ihre Unterdrücker vor.

 „Das Thema ist nach wie vor hochaktuell“, sind sich die beiden Leiterinnen der Theater-AG einig. Die Protagonisten aus Hauptmanns sozialkritischem Drama sind vergleichbar mit den Näherinnen, die heute in Bangladesh oder Indien unter schlimmsten Arbeitsbedingungen und völlig unterbezahlt für westliche Mode-Labels Jeans, T-Shirts oder Schuhe fertigen. „Es geht uns um Bewusstmachung“, sagt Bianca Thode. Das, was die Jugendlichen aus den achten bis 13. Klassenstufen in eindrucksvoller Weise auf der Bühne zeigen, bringt die Zuschauer dazu, über ihr Konsumverhalten nachzudenken. Ein Anfang wurde bereits beim Tag der offenen Tür der Schule im Februar gemacht. Die Mitglieder der Theater-AG befragten Besucher zum Beispiel, worauf sie beim Kleiderkauf achten oder wie viel ihr aktuelles Outfit wert ist. Die Ergebnisse wurden in das Theaterstück eingebaut.

 Auf der Bühne tragen die jungen Akteure alle weiße Hemden, Leggins (Mädchen) und schlabberige Anzughosen (Jungen). Einzig Filine M. Frahm trägt ein Kleid und Pumps. Die 17-Jährige spielt die Fabrikantin Frau Dreißiger. „So streng und so böse zu sein, das musste ich erst üben“, sagt Filine, „denn eigentlich bin ich immer fröhlich und gut gelaunt.“ Sie freut sich auf die Premiere am Dienstag ebenso wie Caroline Borgerding. Möchte die 17-Jährige, die schon 2012 beim Schultheatertag in Berlin mit war, vielleicht nach dem Abi auf die Schauspielschule? „Nein“, winkt Caroline ab, „als Hobby mache ich das gern weiter, aber ich möchte Juristin werden.“

Aufführungen der Theater AG: Dienstag und Mittwoch, 16./17. Juni, im Kubiz. Ab 18.30 Uhr zunächst die Theater-AG der Unterstufe (Leitung: Annika Dreves) mit „Die Schmuddelkinder“, ab 19.30 Uhr die Theater-AG des 8. bis 13. Jahrgangs mit „Die Weber –Eine Collage“.

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