23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Auf Du und Du mit Tapir Rüdiger

Gettorf Auf Du und Du mit Tapir Rüdiger

Er studierte Biologie auf Lehramt. Doch die Rahmenbedingungen, unter denen er als Lehrer Kinder und Jugendliche aufs Leben vorbereiten sollte, gefielen ihm nicht. Also stellte er die beruflichen Weichen neu. Statt um Schüler kümmert sich Lars Helms jetzt um die vierbeinigen und gefiederten Bewohner des Tierparks Gettorf. Als Lehrer wäre er zwar besser bezahlt worden, und mehr Freizeit hätte er vermutlich auch gehabt, doch damit kann der 37 Jahre alte Revensdorfer leben. Er hat einen Beruf gefunden, der ihn ausfüllt und glücklich macht.

Voriger Artikel
Ferienzeit ist Lesezeit
Nächster Artikel
Stöbern bis in die Nacht

Zwei, die sich gut verstehen: Tierpfleger Lars Helms (37) aus Revensdorf mit Tapir-Männchen Rüdiger.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Tierpfleger – ein Traumberuf? „Die Realität sieht oft anders aus als das, was man sich darunter vorstellt“, sagt Gabriele Ismer. Die promovierte Biologin ist die Kuratorin des Tierparks, die wissenschaftliche Verwalterin, und weiß, wie anstrengend und auch entbehrungsreich der Tierpfleger-Beruf sein kann. „Es gehört viel Idealismus dazu“, so die 47-Jährige, „und es ist nichts für Leute, die auf Status stehen.“ Man müsse sich bewusst sein, dass man sich ständig dreckig machen kann und manchmal auch nicht besonders gut riecht, fügt Lars Helms hinzu. 2014 beendete er seine Ausbildung, jetzt leitet er gemeinsam mit Ulli Traxel die Tierpfleger-Abteilung, die aus zwölf Mitarbeitern einschließlich Aushilfen besteht.

Der Arbeitstag von Lars Helms beginnt in der Regel um 5.30 Uhr – gelegentlich auch an Wochenenden oder Feiertagen. Stört ihn das frühe Aufstehen nicht? „Nein“, winkt er ab, „dafür bin ich schon am frühen Nachmittag zu Hause.“ Auch dort hat er sich um einen kleinen Zoo zu kümmern: Hunde, Papageien, Reptilien.

Frühmorgens dreht Helms zunächst die sogenannte Breirunde, die zu den hungrigen Krallenaffen führt. Affen gehören zu seinen Lieblingstieren, auch wenn sie manchmal recht anstrengend sein können. Zum Beispiel die Totenkopfäffchen. „Die benehmen sich manchmal unmöglich“, sagt Gabriele Ismer und lacht. Mit Vorliebe kneten sie Quark und Haferflocken durch. Wenn die Masse schließlich hart wie Beton ist, dekorieren sie damit ihr Gehege. Und wer darf es saubermachen? Helms und seine Kollegen. Für Reinigungsarbeiten geht ein Großteil der Arbeitszeit drauf. Zu den Hauptaufgaben gehört auch die Futterzubereitung. „Die allermeisten Bewohner des Tierparks sind Vegetarier“, erklärt Helms, während er in der Küche Unmengen an Obst und Gemüse klein schnippelt.

Tierpfleger werden nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert. Welche Bedürfnisse haben die Tiere? Was muss beim Füttern beachtet werden? Woran lässt sich erkennen, dass Tapir Rüdiger oder Vari-Dame Sina eine Entzündung haben? „Der Tierpfleger übernimmt die volle Verantwortung für das Wohlergehen der ihm anvertrauten Schützlinge“, so Gabriele Ismer. Deshalb mögen es die Mitarbeiter des Tierparks nicht, wenn sie als „Wärter“ tituliert werden. Helms: „Es handelt sich um einen hochqualifizierten Beruf. Wir sind viel mehr als ein Mistkratzer, der Türen auf- und zuschließt.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3