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Tonnenweise Seetang angespült

"Störfaktor" am Strand Tonnenweise Seetang angespült

Für die einen ist er ein „Störfaktor“, für die anderen Natur. Am Seetang scheiden sich die Geister – und dazwischen agiert die Eckernförder Touristik & Marketing GmbH. Das vergangene Hochwasser hat tonnenweise Tang und Seegras an den Strand gespült. Noch ist unklar, wie die Beseitigung laufen soll.

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Ein Spaß für Kinder: Tang und Seegras häufen sich am Eckernförder Strand. Die Treibsel sind gleichzeitig Küstenschutz.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Häuft sich der Seetang am Spülsaum, brechen sich hier die Wellen und die Barriere vermindert den Verlust an Strandsand. Seetang-Wälle sind natürlicher Küstenschutz. Gleichzeitig werden sie zum Hindernis für Ostsee-Spaziergänger. In der Regel lässt die Touristik deshalb den Tang am Kurstrand in bestimmten Abständen abfahren. Die aktuellen Mengen – Touristikmanager Stefan Borgmann schätzt sie auf mehrere 100 Tonnen – kann die Strandreinigungsmaschine der ETMG allerdings nicht mehr bewältigen.

 „In solchen Fällen greifen wir auf Lohnunternehmer zurück“, erläutert Borgmann. Sie nehmen Tang und Seegras mit großen Schaufelladern auf und transportieren das Treibgut mit Hängern ab. Doch derzeit haben die Unternehmer mit der laufenden Maisernte gut zu tun. Eine Unbekannte ist zudem die geplante Sandaufschüttung am schmal gewordenen Strand Am Dang zwischen Ostsee-Info-Center und Ruderclub. „Die Frage ist, lassen wird den Seetang liegen und schütten den Sand oben drauf oder kommt der Seetang auf jeden Fall weg?“, so der Touristikmanager. Wie berichtet, offeriert der Bund feinen Ostseesand, wenn im Winter die Lagune Aschau ausgebaggert wird.

 Ein Kostenfaktor für die Touristik ist die Seetang-Entsorgung allemal. 2014 waren es 100000 Euro, vergangenes Jahr 80000 Euro, die sich summierten. Im Schnitt fallen jährlich etwa 1300 Tonnen an Meerespflanzen an. Die Seetang-Kompostierung ist Teil eines Vertrags zwischen Stadt und Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde zur Auslastung der Kompostierungsanlage. „Sie ist derzeit noch der Königsweg“, sagt AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt. Zumal inzwischen der schleswig-holsteinische „Treibsel-Erlass“ nicht verlängert wurde und Seetang nicht mehr per Definition als „verunreinigt“ gilt.

 Laut Hohenschurz-Schmidt lässt sich Seetang gut in das Grünmaterial einmischen und kompostieren. Ausgesiebter Sand, der bei der Abfuhr mit aufgenommen wird, geht über die Touristik zurück an den Strand. Auch der geringe Salzgehalt des Ostseewassers ist nach seinen Angaben kein Problem für die Kompostierung. Andere Aufbereitungs-Wege wie Seegras als Kissenfüllung oder Dämmstoff haben sich bislang nicht durchgesetzt. Für das Trocknen und Entmineralisieren gebe es noch kein kostengünstiges Verfahren, so der AWR-Chef.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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