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Keine Frage bleibt unbeantwortet

Eckernförde Keine Frage bleibt unbeantwortet

Es ist 11 Uhr an einem Wochentag in den Ferien, und Angelika Nissen von der Eckernförde Touristik hat bereits die ersten 70 Fragen der Besucher im Tourist-Info-Punkt beantwortet. Es ist Saison, und für Nissen ist es keine Seltenheit, bis zu 600 Besucher an einem normalen Tag zu zählen. Da ist eiserne Geduld und viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Anliegen sind so mannigfaltig wie die Herkunft der Fragesteller.

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Angelika Nissen berät Wilhelm Ulferts und seine Kinder Jannika und Lennard aus Ostfriesland, die zwei Wochen Urlaub in Eckernförde machen.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. In der ersten Stunde – Nissen öffnet um 10 Uhr – kommen sie aus Frankreich, der Schweiz, aber auch aus vielen Bundesländern Deutschlands. Dialekte wechseln sich ab: Berlinerisch mit Badisch oder Schwäbisch, Ostfriesisch mit Sächsisch. Die erste Kundin hat es besonders eilig und fährt gleich mit ihrem Fahrrad in den Info-Punkt direkt an den Tresen. „Das hatte ich nun auch noch nie“, sagt Nissen trocken.

Doch sonst ist sie einiges an Ungewöhnlichem gewohnt. Vor kurzem kam eine Gruppe von acht Männern auf Fahrradtour. Nach Kappeln wollten sie, aber nicht mit dem Rad, sondern irgendwie mit Bus, Zug oder Schiff. „Hier gibt es doch U-Boote“, stellte einer der Männer fest, ob man da nicht mitfahren könne bis nach Kappeln? Kann man nicht, aber Nissen gelang es, den Männern eine Alternative mitzugeben, wie immer, wenn der direkte Wunsch nicht erfüllt werden kann.

„Wir möchten jetzt mit unserer Tochter reiten“, lautet der Wunsch einer Familie. Die Tochter, zwei Jahre alt, habe es sich so gewünscht, so die Eltern. Doch so spontan ist der Wunsch nicht zu erfüllen. Immerhin, für den nächsten Tag kann etwas gebucht werden.

Mindestens ein Fragesteller pro Minute muss zufrieden gestellt werden. Da ist nicht viel Zeit, lange zu überlegen. Viele fragen nach dem Weg. Das ist schnell geklärt, Nissen ist absolut ortskundig, die Antwort kommt schnell, der Fragesteller bekommt einen Ortsplan an die Hand und kann wieder los. Wo ist die Bonbonkocherei? Können Sie mir bitte den Fahrplan vorlesen, habe keine Brille dabei? Wo finden wir einen Fahrradverleih? Überhaupt das Thema Fahrrad: Hier ist die Nachfrage groß, nach Ausleihe, nach Routen, nach Möglichkeiten, die Fahrräder mit dem Zug von irgendwo wieder nach Eckernförde mitzunehmen.

Eine Unterkunft wird gesucht. „Wir sind ausgebucht“, antwortet Nissen. Doch nach einiger Suche wird sie fündig. „In Groß Wittensee ist noch ein kleines Appartement frei.“ Der Kunde sagt sofort zu.

Das Wetter ist gut, die Leute sind freundlich. Postkarten werden gekauft. Jannika (10) macht mit ihrem Bruder Lennard (7) und ihren Eltern Urlaub im Alten Leuchtturm in Eckernförde. Ihr gefalle der Strand am besten, die Karten seien für Oma und Opa und ein paar Freundinnen, sagt sie. Und: Die Postkarten schreibe sie freiwillig, antwortet sie auf Nachfrage des Reporters, der von anderen Touristen gleich als Ansprechpartner der Touristik einbezogen wird. Seine Auskunft auf die Frage „Gibt es eine Musikalienhandlung?“ fällt enttäuschend aus. Leider nicht in Eckernförde, muss er antworten.

Nissen verkauft derweil kleine Eckernförde-Fisch-Aufkleber, informiert über den Strandkorb-Verleih, vermittelt Hubschrauberrundflüge sowie Helgoland- und Kopenhagen-Reisen. „Ein ganz normaler Tag“, fasst sie den Vormittag nach 250 Besuchern zusammen. Bei schlechtem Wetter gäbe es mehr zu tun, die Beratungsarbeit sei umfangreicher.

Und: Immer mehr vor allem ältere Besucher der Stadt informieren sich bei ihr über die Möglichkeit, eine Wohnung oder ein Haus in der Ostseestadt zu erwerben. Auch die Noor-Öffnung sei im Info-Punkt angekommen. „Viele möchten dort schon etwas reservieren“, so Nissen. Dafür sei es etwas zu früh.

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