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Gemeinde fühlt sich hängengelassen

Schwedeneck Gemeinde fühlt sich hängengelassen

Zwei Jahre Funkstille: Schwedeneck ist genervt. Die Dea (Deutsche Erdöl-AG) hält weiter hinterm Berg, ob sie vor der Küste Erdölvorkommen im Feld Schwedeneck-See ausbeuten will oder nicht.

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Die Pferdekopfpumpe in Sprenge erinnert daran, dass ab 1956 im Raum Schwedeneck Erdöl gewonnen wurde.

Quelle: Cornelia Müller

Schwedeneck. Am Donnerstag, 3. September, 19.30 Uhr (Binges Gasthof, Surendorf) will Bürgermeister Gustav-Otto Jonas (SPD) mit Fracking-Gegnern, Biologen, Geologen und Bürgern die Risiken und eine Marschrichtung ausloten.

„Als Gemeinde, die direkt betroffen wäre von einer neuerlichen Ölförderung, sehen wir uns hängengelassen. 2012/13 wurde uns eine offene, vertrauensvolle Informationspolitik seitens der Dea zugesagt. Auf unseren Brief vom November 2013 mit Fragen, die Kommunalpolitiker über die Parteien hinweg formuliert hatten, hat der Konzern nie reagiert“, sagt Jonas enttäuscht. „Meine Neutralität hat abgenommen“, gibt er zu. „Es ist Zeit, dass nicht nur der Konzern und die Behörden, sondern auch die Experten bei uns zu Wort kommen, die die Erdölförderung ablehnen und die Risiken benennen.“ Obwohl Gemeinden kein Mitspracherecht im Genehmigungsverfahren haben, hatte die RWE Dea weitgehende Transparenz und den Verzicht auf Fracking mittels Chemie zugesagt. Dass dabei giftiges Lagerstättenwasser wieder zurück in den Boden gepresst werden muss, stand aber fest.

Seit 1956 wurde im Bereich Schwedeneck Öl aus 1500 Meter Tiefe geholt. Pferdekopf- und Tiefpumpen förderten 0,76 Millionen Tonnen. 1991 waren Vorkommen mit gängigen Methoden nicht mehr zu erschließen. 1984 bis 2000 gewann man aus dem Ölfeld, das sich unter der Ostsee fortsetzt und hier Schwedeneck-See heißt, mittels Förderplattformen weitere 3,5 Millionen Tonnen. Aus dieser Zeit hat die RWE Dea die Option auf eine dritte Förderung. Das Landesamt für Bergbau, Energie, Geologie (LBEG) in Clausthal-Zellerfeld, das Abbaugenehmigungen für Bodenschätze erteilt, gab 2013 erneut grünes Licht. Mit Horizontalbohrungen soll die Lagerstätten vor der Küste mit effektiverer Technik um das Restvorkommen erleichtert werden. Schleswig-Holsteins Umweltministerium führte gravierende Bedenken in Bezug auf FFH-Gebiete und Schweinswalschutz auf. Gleichwohl änderte das nichts an dem für von 2013 bis 2017 geltenden Bewilligungsbescheid. RWE Dea ist mittlerweile an den russischen Konzern Letter One verkauft und firmiert als Dea.

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