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Ansturm auf das „Schwalbennest“

Tüttendorf Ansturm auf das „Schwalbennest“

Die Schlagzeilen klingen seit Jahren alarmierend: Der Kinderwunsch schwindet hierzulande, die Geburtenrate sinkt. Die Einwohner von Tüttendorf können sich allerdings nicht über einen Mangel an Nachwuchs beklagen.

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Fühlen sich beim Spielen in der Kita „Schwalbennest“ im Tüttendorfer Ortsteil Blickstedt pudelwohl: Finlay, Mats, Hannah, Julien und Luca (von links).

Quelle: Jan Torben Budde

Tüttendorf. Im Gegenteil: Die erst im vergangenen Jahr eingeweihte Kindertagesstätte „Schwalbennest“ im Ortsteil Blickstedt platzt aus allen Nähten. Deshalb hat die Gemeindevertretung am Dienstagabend beschlossen, den Altbau wieder herzurichten, um noch mehr Mädchen und Jungen im Dorf zu betreuen.

„Sonst kriegen wir nicht alle Kinder untergebracht“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Kerber von der Wählergemeinschaft (WdGT). Ab Sommer werden nach dem aktuellen Stand 57 Lütte betreut. „Jetzt sind es 39 Kinder“, rechnete Kita-Leiterin Tanja Rahn auf KN-Nachfrage vor. Woher kommt der Ansturm? Er hänge mit dem großen Neubaugebiet zusammen, zudem seien junge Familien in bereits bestehende Häuser gezogen und hinzu komme noch, dass Geschwisterkinder in der Kita angemeldet würden.

Noch befindet sich im „Schwalbennest“-Altbau die Kindertagespflege. Sie soll zwei Regelgruppen für Mädchen und Jungen über drei Jahre (Ü3) weichen. Im Neubau werden dann zwei altersgemischte Gruppen betreut. „Wenn wir den Altbau weiter nutzen, müssen sich die Kinder auch wohlfühlen“, betonte Kerber, der nicht mit einer Übergangslösung rechnet. Nach seiner Einschätzung muss die Gemeinde den Boom noch mindestens fünf Jahre managen.

Deshalb wird jetzt in den Kita-Altbau investiert. Malerarbeiten, Akustikdecke, Schränke und Stühle: Für die Herrichtung der Räume stellt die Gemeinde 20000 Euro bereit. „Das ist der steigenden Kinderzahl geschuldet“, so der Bürgermeister. Zudem müssen für den Altbau nun wieder Kletterwand, Schaukel und Rutsche angeschafft werden, weil die vorhandenen Spielgeräte in den Neubau gebracht worden waren. Veranschlagte Kosten: 10000 Euro inklusive Aufbau.

„Wir müssen uns nach der Decke strecken“, sagte Kerber mit Blick auf den Haushalt. Daher steigt der Elternanteil an den Betriebskosten für die Kinderbetreuung von etwa 20 auf 30 Prozent. Das hat die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen. Demnach erhöhen sich die monatlichen Gebühren pro Kind um 40 bis 55 Euro. Unterm Strich liegen die Beiträge dann für Ü3-Kinder bei 185 Euro (5,5 Betreuungsstunden pro Tag) und 225 Euro (7,5 Stunden), für den U3-Bereich (Kinder unter drei Jahre) werden 300 Euro (5,5 Stunden) und 390 Euro (7,5 Stunden) veranschlagt. „Freude kommt zwar nicht auf, gemeckert wurde aber auch nicht“, berichtete der Bürgermeister von Gesprächen mit Eltern. Obwohl sie höhere Lasten tragen müssten, gebe es Verständnis.

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